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Entspannt durch die Eifel wandern

Entspannt durch die Eifel wandern

Der Autor und Blogger Karl-Georg Müller hat zusammen mit seiner Frau die Schuhe geschnürt und ist in der Eifel auf Entdeckertour gegangen. Gefunden hat er 20 einzigartige Wege, die eine Auszeit vom Alltag bieten. Diese beschreibt er in dem Buch "Wanderungen für die Seele".

Prüm/Arzfeld/Irrel. Nach Abschluss seiner Recherchen für sein neues Buch steht für den Autor Karl-Georg Müller fest: "Wer sich wohlfühlen will, der wandert in der Eifel!"
Bücher mit Wanderwegen in der Eifel gibt es in den Geschäften wirklich zuhauf. Da muss man sich schon was einfallen lassen, um zwischen dem großen Angebot entdeckt zu werden. Eingeteilt hat Müller die insgesamt 20 Routen in die fünf Kategorien: Auszeit-, Panorama-, Verwöhn-, Entschleunigungs- und Erfrischungstouren.
Mit Eseldame Käthe unterwegs


Eine Auszeittour ist zum Beispiel der Moore-Pfad Schneifel, der am Blockhaus Zum Schwarzen Mann bei Prüm (Verbandsgemeinde Prüm) beginnt. Eine Besonderheit dieser Strecke ist, dass die Wanderer im Moorgebiet teilweise über feste Bohlen gehen. Müller beschreibt das so: "Die Holzbohlen knirschen rau unter unseren Schritten, leiten uns durch das Moor, dessen eigenartige Ausstrahlung mit seinen kleinen Tümpeln und seiner Stille wir mitnehmen."
Besonders gut gefallen hat ihm die Tour bei Bongard (Verbandsgemeinde Kelberg), wo er zusammen mit der Eseldame Käthe durch das Nohner Bachtal geschlendert ist. Dort konnte er ausgezeichnet entschleunigen, denn Käthe hatte anderes im Sinn, als stramm zu marschieren. "Käthe setzt jetzt ihren Kopf durch, frisst munter das saftige Gras und überhört unser gutes Zureden", schreibt er in seinem Buch. Doch es gibt auch in diesem Fall eine Lösung: "Möhren wechseln ihren Besitzer. Käthe ist bestechlich."
Fazit: Der Autor weckt mit seinen verschiedenen Ansätzen und Einteilungen der Touren auf jeden Fall die Lust, in der Eifel wandern zu gehen. Das Buch ist sehr ansprechend bebildert und gibt gute Tipps für Entdeckungen und Einkehr.
Die Wege, die vom Autor beschrieben werden, orientieren sich an durchgängig markierten Routen. GPS-Daten zum Runterladen gibt es allerdings nicht. Um den Kommentaren des Autors entsprechend des Wegverlaufs zu folgen, müsste man allerdings das Buch die ganze Zeit in der Hand halten. Oder im Nachgang lesen und mit den eigenen Erlebnissen vergleichen. Leider sind dem Autor auch Fehler unterlaufen. So hat er den Wanderparkplatz vom Schwarzen Mann nach Großlittgen statt nach Gondenbrett verlegt. Das könnte beim Programmieren des Navigationsgeräts für Verwirrung sorgen.
Karl-Georg Müller, Wanderungen für die Seele, 20 Wohlfühlwege Eifel, Droste Verlag, 192 Seiten, 16,99 Euro.

Extra

Der Weg führt vorbei an den Schönecker Dolomiten. TV-Fotos (2): Karl-Georg Müller/Privat Foto: (e_eifel )

Karl-Georg Müller lebt in Neuwied und lässt gerne die Seele baumeln. Im Internet führt er einen Wanderblog ( <%LINK auto="true" href="http://www.schlenderer.de" text="www.schlenderer.de" class="more"%> ) und erzählt da von seinen Erlebnissen. Mit unserer Redakteurin Stefanie Glandien sprach er über die Eifel, GPS-Geräte und seinen neuen Wanderführer. Wie kamen Sie auf die Idee, einen Eifel-Wanderführer zu schreiben? Karl-Georg Müller: Wandern in der Eifel ist für mich Erholung für die Seele - was also liegt da näher, als mein liebstes Wandergebiet mit einem Buch auch anderen Wanderern ans Herz zu legen? Sie sind nicht konkurrenzlos - Wanderführer über die Eifel gibt es viele, was unterscheidet Ihren von den anderen? Müller: Die Kombination von entspannenden Wanderungen zur Entschleunigung mit genussvollen Einkehrtipps - Seele und Körper finden gemeinsam Erholung und Sinnenfreude. Heute wird doch viel mit GPS-Gerät oder auf durchmarkierten Strecken gewandert - braucht man da überhaupt noch einen Wanderführer? ller: Wanderer wollen fühlen, sehen, hören, riechen. GPS-Geräte reduzieren das Wandern auf die technische Seite, ein greifbares Buch dagegen regt die Wanderlust an und motiviert durch verlockende Beschreibungen und lebendige Fotos zum Nachwandern. Welche Wanderung war für Sie persönlich die schönste und warum? Müller: Die Eselwanderung bei Bongard. Eseldame Käthe führte uns vor Augen, wie tierisch einfach der Mensch entspannen kann, wenn er sich nur darauf einlässt. Wo hatten Sie die beste Einkehr? Müller: Bei jeder Tour! Besonders abwechslungsreich aber war die Schlemmertour am Rursee mit vier leckeren Mahlzeiten - eine echte Genusstour. sn