Jagdwesen: Entwicklung der Seuche  im Auge halten

Jagdwesen : Entwicklung der Seuche  im Auge halten

Bei der Jahreshauptversammlung des Kreisjagdverbandes geht es auch um die Afrikanische Schweinepest.

 Lässt sich mit Hilfe eines Zauns entlang der Grenze der Vormarsch der Afrikanischen Schweinepest aufhalten? Michael Billen, der selbst Jäger ist und in der gut gefüllten Neuerburger Stadthalle in seiner Funktion als Erster Beigeordneter des Eifelkreises am Rednerpult steht, um dort anlässlich der Jahreshauptversammlung des Kreisjagdverbands Bitburg-Prüm ein Grußwort zu sprechen, hat da seine Zweifel. Bislang sehe er darin auch keine Notwendigkeit, sagt Billen. „Wir sollten aufpassen, dass wir keine Infektion einschleppen, aber ich denke, dass wir vorerst keinen Zaun benötigen“, so der Kaschenbacher.

Schwierig werde es allerdings, wenn die Nachbarn, also Luxemburg, Frankreich und Nordrhein-Westfalen ihre Grenze dicht machten. „Wenn alle anderen Zäune errichten und wir nicht, dann haben wir ein Problem“, prophezeit Billen.

Rund 200 Jäger und Jägerinnen der Bitburg-Prümer Kreisgruppe sind nach Neuerburg gekommen. Und ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch sämtliche Begrüßungsansprachen und Jahresberichte zieht, ist die Afrikanische Schweinepest.

Spätestens seit vor einigen Monaten im benachbarten Belgien der erste Fall der Krankheit an die Öffentlichkeit kam, steigt diesseits der Grenze die Angst vor einer Infektion. „Die Pest bewegt sich mit etwa 1,6 Kilometern pro Woche auf uns zu“, sagt Dieter Mahr, Präsident des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz. „Dass die Afrikanische Schweinepest also auch uns erreichen wird, steht außer Frage“, meint Mahr. „Die Frage ist nur, wann sie kommt.“

Eine Antwort darauf kann auch der stellvertretende Kreisjagdmeister Karl-Heinz Neumann nicht liefern. Er weist aber darauf hin, dass die Kreisgruppe mit den Behörden und politischen Entscheidungsträgern im engen Austausch stehe und den Ernstfall regelmäßig trainiere. „Bei einem Ausbruch der Schweinepest ist es wichtig, schnellstmöglich zu reagieren und den Pächter zu informieren“, sagt Neumann.

Dass das aber in der Umsetzung schwierig werden könnte, zeigt der Blick auf die Pächteraufteilung im Eifelkreis.

Wie Neumann schließlich erklärt, gibt es derzeit im gesamten Kreisgebiet 354 Reviere. Und lediglich ein Drittel davon (118) werde von heimischen Jägern betreut. Für die übrigen Reviere seien auswärtige und zu 28 Prozent auch ausländische Pächter zuständig. „Wir brauchen deshalb für alle Reviere jemanden, der vor Ort erreichbar ist“, betont der stellvertretende Kreisjagdmeister.

Sollte die Seuche im Eifelkreis ausbrechen, geht es den Wildschweinen an den Kragen. Und was das betrifft, haben die Jäger des Kreisverbandes bereits gut vorgelegt. So wurden in der vergangenen Jagdsaison 2017/2018 insgesamt 4489 erlegte Wildschweine registriert. „Das ist die höchste Strecke, die bei uns jemals erfasst wurde“, sagt Neumann.

Und auch in der bald endenden Jagdsaison 2018/2019 bewege sich die  Kreisjägerschaft bereits jetzt weit über dem Niveau früherer Jahre, fügt er hinzu.

Zufrieden ist Neumann auch mit den Ergebnissen bei den anderen Arten. Beim Rotwild, der Königsklasse, wurden laut Kreisgruppe in dieser Saison bereits 1082 Tiere (In der Saison 2017/2018 waren es 1131) zur Strecke gebracht.

Beim Rehwild wird ebenfalls mit bislang erfassten 5590 Abschüssen an der Rekordmarke der vergangenen Saison (5755) gekratzt. Alles in allem, so Neumann, hätten die Jäger im Eifelkreis also eine gute Jagdsaison hinter sich.

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