"Entwicklungshilfe" für Wittlich

"Entwicklungshilfe" für Wittlich

Wer hat mehr drauf - Wittlich oder Bitburg? Eine Frage der Ehre, die beim Städteduell am Samstag entschieden wurde - auf Fahrrad-Ergometern. Die meisten Kilowattstunden erstrampelten die Wittlicher Teams und bescherten ihrer Stadt damit 10 000 Euro.

Wittlich. Jubel auf dem Bitburger Bedaplatz um exakt 11.47 Uhr: "Wir haben sie - die erste Kilowattstunde!" 17 Minuten nach dem Startschuss zeigt sich die erste "1" vor dem Komma auf der großen Anzeigetafel, die die Gesamtleistung der sechs Teams wiedergibt. Schön für die Bitburger Städteduell-Teilnehmer: Ihren Konkurrenten aus Wittlich, die zeitgleich auf dem Marktplatz in die Ergometer-Pedalen treten, geht offenbar schon zu Anfang die Puste aus - immer noch steht eine große "0" auf der Anzeigetafel. Was die Bitburger Radler zunächst nicht wissen: Nur zur vollen Stunde wird der Zwischenstand aus der anderen Stadt aktualisiert."Siegerwetter, ganz klar!", hat sich Bitburgs Bürgermeister Joachim Streit vor dem Startschuss bei schönstem Sonnenschein noch selbstbewusst gezeigt - ein bisschen gefriert ihm das Lächeln, als die ersten Zwischenergebnisse aus Wittlich durchgegeben werden: 0,3 Kilowattstunden hat die Säubrennerstadt die Nase vorn. Entsetzte Mienen bei den Bitburger Teilnehmern und Zuschauern. "Wir teilen uns unsere Energie halt effizient ein und setzen zu einem grandiosen Endspurt an", macht man sich Mut.

"Alles nur verzweifelte Durchhalteparolen", winken zeitgleich die Wittlicher ab - der Vorsprung hat die sechs Teams schier beflügelt. Vielleicht hat aber auch das Outfit des Stadtoberhaupts zum erfreulichen Zwischenstand beigetragen: Während auf dem Bedaplatz Joachim Streit in Anzughose auf dem Ergometer sitzt, hat sich Wittlichs Bürgermeister Ralf Bußmer die langen, windschnittigen Radlerhosen übergestreift.

Nach anderthalb Stunden der erste Radwechsel: Die Teams werden abgelöst durch weitere sechs Mannschaften, insgesamt wird drei Mal getauscht, so dass 44 Teams mit acht bis zwölf Teilnehmern für ihre Städte Kilowattstunden erstrampeln können. Die zahlreichen Teilnehmer von Schulen, Musik- und Sportvereinen, Fitnessclubs, Stadtwerken, Feuerwehr und Kindergärten zeigen, wie viel Unterstützung aus allen Bevölkerungsbereichen sowohl Bitburg als auch Wittlich genießt. Ein Bonuspunkt für beide Städte!

Auch die Zuschauer tragen zum Sieg bei

Apropos Bonus: Den gibt's auch beim Städteduell, denn selbst die Nichtsportler können am Samstag ihrer Stadt zum Sieg verhelfen. Extra-Kilowattstunden gibt es für richtige Fragen beim Energie-Quiz und bei einer hohen Besucherzahl im Energiesparhaus. Beides stellt für beide Städte keinerlei Problem dar, Hunderte Zuschauer sind auf dem Bitburger Beda- und dem Wittlicher Marktplatz. So summieren sich die Kilowattstunden an den Anzeigetafeln schnell.

Um 16.21 Uhr ist die magische "30" in Wittlich geknackt, in Bitburg hechelt man noch hinterher, ist aber mit einem Rückstand von etwa 1,5 Kilowattstunden noch auf Schlagdistanz. Als allerdings die letzten sechs Teams auf die Ergometer wechseln, ist die Niederlage für die Bitburger besiegelt: Zwei Radsportclubs, zwei Mal Fitnessstudio, Feuerwehr und Lauftreff geben an den Pedalen alles - dem haben die Bitburger nichts mehr entgegenzusetzen: Mit am Ende 40,143 erradelten Kilowattstunden siegt Wittlich deutlich und streicht damit die 10 000-Euro-Siegprämie ein. Der unterlegene Bitburger Bürgermeister Streit gibt sich großzügig: "Seht den Preis doch einfach als Entwicklungshilfe an!" Zumindest als Aufbauhilfe für die Jugendarbeit: Die 10 000 Euro werden für die Errichtung eines Bolzplatzes im Stadtgebiet verwendet. Auf dass künftig noch mehr fitte Wittlicher zeigen können, dass sie es drauf haben.

Weitere Fotos vom Städteduell finden Sie auf unserer Homepage unter www.volksfreund.de

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