Enzradweg bleibt vorerst lückenhaft

Enzradweg bleibt vorerst lückenhaft

Weil den Planern beim gewünschten Verlauf des Enzradwegs zwischen Enzen und Holsthum der Schwarzstorch in die Quere kam, musste die Trassenführung teilweise geändert werden. Zwischen Enzen und Schankweiler hat man sich bereits auf eine Trasse geeinigt, die 2014 auch gebaut werden soll. Wo es allerdings noch immer hakt, ist beim weiteren Verlauf ab Schankweiler.

Schankweiler. Die Vermessungstechniker werden in den kommenden Wochen ins Gelände geschickt. Ihre Aufgabe besteht darin, eine "grobe Richtung rauszukitzeln", erklärt Oliver Arimond vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein. Derzeitiger Stand der Planung sei der, den Enzradweg zwischen Schankweiler und Holsthum entlang der L 2 aus Schankweiler herauszuführen, ihn dann nach gut einem Kilometer rechts ab durchs Gelände zu führen, um ihn schließlich am Ende in die L 4 in Holsthum münden zu lassen, sagt Arimond. Unklar sei allerdings noch, wo genau der Weg dabei durchs Gelände führen soll. Ursprünglich war die Überlegung die, den nach der Enz benannten Radweg auch möglichst nah entlang der Enz verlaufen zu lassen.
Rotmilane und Mäusebussarde


Weil im Bereich Schankweiler Rotmilane und Mäusebussarde brüten, der Neuentöter ebenfalls dort sein Revier hat und vor allen der auf der Roten Liste stehende Schwarzstorch nach Nahrung sucht, gab es seitens der Oberen Naturschutzbehörde in Koblenz keine Genehmigung für diesen Verlauf (der TV berichtete).
Aus diesem Grund musste nach einem anderen Trassenverlauf gesucht werden. Ganz einfach war das nicht, da Schankweiler von der Ursprungsroute zunächst nicht abweichen wollte. Doch wie Arimond erklärt, habe man sich bei einem erneuten Ortstermin, an dem Vertreter des LBM und der beiden Ortsgemeinden beteiligt gewesen seien, schließlich dann doch darauf verständigen können, etwas mehr Abstand zur Enz zu halten. Wie der zukünftige Verlauf dann aussehen werde, das könne er aber erst sagen, wenn die Vermessungen abgeschlossen seien. Gleiches gelte auch für die Kosten, die sich derzeit noch nicht ermitteln ließen.
"Wenn wir eine Route gefunden haben, die auch von den Steigungsverhältnissen gut ist, dann müssen wir damit dann noch mal in die Räte", erklärt Arimond. Wobei es dann auch noch eine weitere Hürde gibt. "Wir wissen nicht, wie die Landesregierung zukünftig zu Radwegen steht", sagt der LBM-Mitarbeiter mit Blick auf die vom Land angekündigten Sparmaßnahmen und auch mit Blick auf die lange Zeit, die die Suche nach einer Trassenführung bislang in Anspruch genommen hat.

Land übernimmt 450 000 Euro



Denn eigentlich sei vorgesehen gewesen, dass die Kosten des rund vier Kilometer langen Abschnitts weitgehend vom Land übernommen werden, da es schließlich auch im Interesse des Landes sei, den Radverkehr von der Landesstraße wegzubekommen, erklärt Arimond. Daran habe sich auch grundsätzlich nichts geändert, fügt er hinzu. Nur dass eben derzeit keiner mehr verlässlich sagen könne, wann konkret mit einem Zuschuss zu rechnen ist.
Dafür aber gibt es für den ebenfalls noch fehlenden Abschnitt zwischen Enzen und Schankweiler mittlerweile eine Förderzusage aus Mainz. Rund 660 000 Euro sollen von den beiden betroffenen VGn Bitburg-Land und Irrel investiert werden, rund 450 000 Euro übernimmt davon das Land. Wie Wolfgang Klass von der VG-Verwaltung Bitburg-Land erklärt, stehe demnächst die Ausschreibung an, so dass im kommenden Frühjahr mit dem Bau begonnen werden könne.Extra

Eine weitere kritische Stelle des Enzradwegs liegt südlich von Neuerburg. Dort führt der Weg nämlich ebenfalls noch ein Stück über die stark befahrene L 4 zwischen Neuerburg und Sinspelt. 760 Meter dieses zwei Kilometer langen Abschnitts wurden im vergangenen Jahr in Angriff genommen und liegen jetzt jenseits der Landesstraße. Rund 245 000 Euro wurden investiert, wobei die restlichen, noch fehlenden 1300 Meter deutlich teurer werden. Dort sollen die drei Stützwände der L 4 erneuert werden, über die dann später auch der Radweg verlaufen wird. Geschätzte Kosten dafür: 1,6 Millionen Euro. Der LBM wird den Bau der Stützmauern auf mehrere Jahre verteilen; ein kompletter Lückenschluss dort wird frühestens in vier bis fünf Jahren zu erwarten sein. uhe

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