Epiphanie im Schneifeldom

BLEIALF. "Die Heiligen Drei Könige" ­ dieses Oratorium hat der Kirchenchor Bleialf in der Pfarrkirche St. Marien aufgeführt. Unter der musikalischen Leitung von Walter Roth lauschten etwa 300 Zuhörer.

Der geschmückte Kirchenraum, die Atmosphäre, die Musik ­ alles passte. Beteiligt an diesem großen Gesamtwerk waren der Kirchenchor, der Jugendchor, mehrere Solisten, Orgelspieler Joachim Oehm und Sprecher Stefan End. Die Leitung hatte Walter Roth. Eingangs hatte Vorsitzender Erhard Klag die Zuhörer im "Schneifeldom" begrüßt. Das Oratorium "Die Heiligen Drei Könige" stammt von Heinrich Fidelis Müller. Oratorium ­ das ist das dichterisch freie, konzertante musikalische Drama ohne optischen Hintergrund, fast einer Oper gleich. Das Werk des Fuldaer "Priestermusikers" Müller hat als inhaltliche Grundlage die Bibel, in diesem Fall die "Erscheinung des Herrn", in der Liturgie "Epiphanie" genannt. So gliedert sich das Werk in sieben chorisch und instrumental gedeutete Bilder, die Rezitator Stefan End eindrucksvoll in Worte fasste: Der Stern, die Pilgerschaft, Herodes, die Hirten, Anbetung, Flucht und Heimkehr. Seine zeitkritischen Texte waren Denkanstöße und Hinweise, wo heute gesellschaftliche und persönliche Fehlentwicklungen eintreten. Die Meisterleistung des Bleialfer Kirchenchores war eine "Botschaft in Noten". Herausragend die feine Abstimmung, die großartige Harmonie und die "reife Gesamtleistung", wie es Pastor Werner Assmann ausdrückte. Neben dem großartigen musikalischen Niveau aller Chormitglieder beeindruckten als Solisten Astrid Bohr-Haas, Christina Reusch, Gudrun Reusch, Friedel Schäfer, Carlo Düpre und Willi Hoffmann. Besonders hervorzuheben sind die Virtuosität und die große Disziplin der 51 Sänger. Stefan End setzte mit seiner eindrucksvollen Einführung Akzente. "Die Geburtsstunde Jesu ­ eine Sternstunde für die Menschheit", verkündete End, und Pastor Assmann ergänzte: "Dieses Konzert war eine Sternstunde für uns alle." Die rund 300 Zuhörer in der restlos gefüllten Pfarrkirche applaudierten stehend. Besonderes Lob für sein fast 40-jähriges Wirken in Bleialf erhielt Organist und Chorleiter Walter Roth. Pastor Assmann dankte dem engagierten Kirchenmusiker für sein Wirken im Chor und der Gemeinde. Diese Aufführung sei Roths Krönung seiner Schaffenszeit in Bleialf, sagte Assmann. Roth gab dieses Lob nur zu gerne an seine Chormitglieder ab. Im November wird der Dirigent und Orgelspieler aus dem Amt scheiden. Mit einem Chorsatz verabschiedeten sich Walter Roth und der Kirchenchor von der Kirchenbühne.