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"Er hat mich so tyrannisiert, dass ich Todesangst hatte"

"Er hat mich so tyrannisiert, dass ich Todesangst hatte"

Mehrere Zeugen beschreiben den Mann, der eine 14-Jährige auf der Toilette des Bitburger Gymnasiums bedroht haben soll, als aggressiv und gewalttätig. Unter denjenigen, die gestern am Trierer Landgericht ausgesagt haben, war auch die Mutter des Mädchens.

Trier/Bitburg. So aufgelöst wie an diesem Tag habe sie das Kind noch nie erlebt. "Sie war am Zittern, am Weinen, und der Fuß hat ihr wehgetan", berichtet die Mutter dem Vorsitzenden Richter im Trierer Landgericht, Albrecht Keimburg, über den Zustand ihrer Tochter, als sie diese am Vormittag des 4. Dezember 2013 am Bitburger Busbahnhof antraf.
Der Mann, der die Schuld am Leiden des Mädchens tragen soll, sitzt auf der Anklagebank links von der Mutter - vor ihm auf dem Tisch sein graues Hütchen. Dem psychisch kranken Bitburger wird vorgeworfen, die 14-Jährige auf der Toilette des Gymnasiums mit einem Messer bedroht und sexuell genötigt zu haben. Inzwischen hat sich laut Keimburg ein Zeuge gefunden, der diese Geschichte stützt: Ein Lehrer hat den Mann offenbar an jenem 4. Dezember in der Nähe der Schultoilette gesehen.
Wie das Mädchen nach Aussage von Mutter und Schwester berichtete, wollte der Beschuldigte sie zwingen, sich auszuziehen. Sie weigerte sich. Obwohl sie beim Fluchtversuch stürzte und er nach ihrem Fuß griff, gelang es ihr, zu entkommen. Die Schülerin beschrieb den 55-Jährigen als den "Mann vom Toom".
Denn sie kannte ihn nach Auskunft der Mutter bereits: In einem Dönerladen habe er die Tochter mit einem Schirm bedroht. Kurz darauf, am 26. November 2013, traf die Mutter ihn am Toom-Markt und entschied sich spontan, ihn zur Rede zu stellen. "Sind Sie der Mann, der meine Tochter…", habe sie noch sagen können, ehe er begann, sie zu beschimpfen - mit Ausdrücken so weit unter der Gürtellinie, dass die Bitburgerin sie ohne die Bitte des Richters nicht wiedergegeben hätte.
Sechs weitere Zeugen berichten von Ausrastern des Mannes, der nicht nur wegen seines Grinsens und seiner auffälligen Kleidung (zu der meist ein Hut gehört) stadtbekannt ist, sondern auch wegen seines aggressiven Verhaltens und seiner Schimpftiraden. Drei der Zeugen haben erlebt, wie er gewalttätig wurde. "Er hat mich so tyrannisiert, dass ich Todesangst hatte", sagt seine 35-jährige Ex-Nachbarin. Der Beschuldigte bedrohte sie demnach mit einem Baseballschläger, zog sie an den Haaren, warf Eier und Rotweinflaschen, zeigte sich ihr halb nackt im Hausflur, bot ihr Sex an und versuchte, die Tür zu ihrer Wohnung mit roher Gewalt aufzubrechen. Eine Ex-Freundin berichtet davon, wie sie "fertiggemacht" wurde, und der Hausmeister einer Bank, wie der Mann ihn als Nazi beschimpfte. Der Hausmeister kann auch Angaben zur Kleidung des Beschuldigten machen, da er ihn in der Stadt oft gesehen habe. Die Kleidung ist relevant. Trug der Mann laut Mädchen zur Tatzeit um 10.20 Uhr doch einen dunklen Mantel und einen großen dunklen Hut. Etwa eine Stunde zuvor und eineinhalb Stunden danach haben Polizisten ihn jedoch in grauem Jackett mit grauem Hut gesehen. Laut Zeuge trug der Beschuldigte öfters verschiedene Outfits an einem Tag. kah