Ergreifende Briefe aus dem Krieg: Lesung im Bitburger Haus Beda

Was bewegt Menschen, die in einem Konzentrationslager um ihr Leben bangen, sich in einer zerbombten Stadt zurechtfinden müssen oder an der Ostfront kämpfen? Antworten gab eine emotionale Lesung im Haus Beda in Bitburg.

Bitburg. Nachdem in der Neuen Galerie im Haus Beda die Ausstellung "Photopictures" des Hamburger Künstlers Marc Lüders eröffnet wurde, gab es gleich im Anschluss eine bewegende Lesung. Vorgetragen wurde aus dem Buch "Was macht die Welt, in der wir zu Hause sind? Briefe 1942 -1945", herausgegeben von der Mutter des Künstlers, Lina Lüders.

In verteilten Rollen lasen Jürgen Meerfeld, Sebastian Gasper und Judith Kriebel. Die Briefe spiegeln die Verzweiflung und den alltäglichen Kampf ums Überleben von ihrem Mann Walther, der als Widerstandskämpfer im Konzentrationslager Hohengamme inhaftiert war. Lina Lüders musste im zerbombten Hamburg zurechtkommen, und Sohn Axel kämpfte an der Ostfront.

Die drei Vortragenden hatten sich intensiv in ihre Rollen hineingefunden und trugen die Briefe der drei Familienmitglieder so ergreifend vor, dass so manche Träne rollte.

Wesentlicher Bestandteil der Lesung war die musikalische Umrahmung der Wittlicher Saxofonistin Anne Kaftan, die durch ihre Improvisationen zwischen den gelesenen Briefen in beeindruckender Weise die Stimmungen des Geschriebenen wiedergab. red

Die musikalisch begleitete Lesung wird in gleicher Besetzung noch einmal in der Neuen Galerie wiederholt. Nähere Informationen gibt es beim Haus Beda unter Telefon 06561-96450.