Erich Weiler aus Bitburg baut Szenen in Miniatur als Modell nach

Modellbau : Erich Weiler aus Bitburg hat eine große Leidenschaft fürs ganz Kleine

Lebensechte Szenen detailgetreu als Miniatur nachgebaut: Erich Weiler beschäftigt sich in seiner Freizeit mit dem Eisenbahnmodellbau und freut sich, wenn er den Nachwuchs für sein Hobby begeistern kann.

Ein Bahnhof mit vielen Menschen, eine Bundeswehranlage mit Soldaten oder ein Kloster samt Garten und Friedhof – diese Szenen aus dem alltäglichen Leben gestaltet Erich Weiler bei seinen Modellbahnbauten liebevoll bis ins Detail nach. Hin und wieder stellt er solche Modelle auch im Schaufenster seiner Druckerei in der Schliezgasse aus. Denn die einzelnen Landschaften hat er von der Größe her so gebaut, dass sie mit 1,40 mal 0,80 Metern genau ins Schaufenster passen.

„Mich erfreut immer wieder das Leuchten in den Kinderaugen“, sagt der Meister im Schriftsetzerhandwerk. Da kommt es auch schon mal vor, dass ein Kind sich über ein komplettes Modellbauprojekt freuen darf. So habe er bei einer Veranstaltung des Vereins Lichtblick im Haus der Jugend einen Jugendlichen mit Handicap an seiner Seite gehabt, während er Videoaufnahmen für den Offenen Kanal drehte. Später habe er einen Film des Vereins gesehen, in dem genau dieser Junge mit seiner eigenen Modelleisenbahn gezeigt wurde.

„Da stand mein Entschluss fest, ich werde diesem Jungen eine von meinen fünf Modellen schenken“, sagt Weiler. Die Überraschung sei am Tag der Übergabe groß gewesen, „er konnte es erst nicht glauben“. Klar, dass es für den Modellbauer nicht leicht war, eines seiner Schmuckstücke zu verschenken, „aber fünf Eisenbahnen, die damals mein Eigentum waren und von mir ausgestattet wurden, waren definitiv zu viel und einem Kind eine Freude zu machen ist einfach schön“, sagt Weiler.

Nun hat er noch vier. Alle mit verschiedenen Motiven und allen erdenklichen Details. Mal sind es Reisende am Bahnsteig, ein Rummelplatz, Häuser oder Kasernen. Und fast alle erzählen eine Geschichte. „In der Bundeswehranlage habe ich eine Bärenfamilie eingebaut, die einen Soldaten auf einen Baum getrieben hat“, erzählt der 60-jährige Bitburger. Sogar Hunde heben gerade das Bein an einem Baum. In die Loks, die er kauft, werden Fahrgäste eingebaut, alles nach Maßstab HO 1 zu 87.

Seit fünf Jahren ist Erich Weiler Mitglied bei den Modelleisenbahnfreunden Schweich. Zu deren Ausstellung im November hat Weiler vier eigene Module in vorgefertigten Kästen zusammengestellt, die später vor Ort in das große Ganze mit 50 Modulen eingefügt werden.

Bemerkenswert ist ein Klosternachbau, mit Klostergarten und einem angrenzenden Friedhof, sogar ein Leichenwagen fehlt nicht im Arrangement. 1400 Teile sind im Klosterbau verbaut. In einem anderen Modul ist eine Schafherde zu sehen und ein Maisfeld, in dem sich zwei Liebende versteckt haben.

„Die 256 Maispflanzen sind alle von Hand bemalt, mit einem 0,7 Millimeter-Bohrer habe ich kleine Löcher gebohrt und die Pflanzen einzeln eingeklebt“, erklärt der Hobbybastler.

Zurzeit beschäftigt er sich mit einem Modell, das er einem Pater vom Helenenberg mitgeben wird, wenn dieser nach Essen geht. „Er möchte die Eisenbahn dort für die Schüler des Gymnasiums haben, damit die sich in der Pause damit beschäftigen können“, sagt Weiler.

 Es ist noch eine analoge Anlage mit einem manuellen Stellpult. Unter anderem wird der Hobby-Modell-Eisenbahner hier noch Grasflocken auf die mit Stoff und Gips erbaute Landschaft auftragen und das Gesamtbild verschönern.„Die könnte so in fünf oder sechs Abenden fertig sein“, meint Weiler. Dass diese Bahn nun bald weg geht, macht ihm nicht so viel aus, denn die hat er selbst geschenkt bekommen, während alle anderen in stundenlanger Arbeit und mit einigen Kosten verbunden von ihm selbst errichtet wurden. Neben diesem Hobby macht er noch kilometerlange Fahrradtouren - in diesem Jahr bereits 5000 Kilometer - und dreht Videos beim Offenen Kanal Bitburg.

Selbst auf den Gräbern ist jedes Blümchen genau gesetzt. Foto: Lydia Vasiliou

Haben auch Sie eine besondere Sammel- oder Bastel-Leidenschaft, die Sie nicht mehr loslässt und inzwischen größere Ausmaße annimmt? Dann mailen Sie uns Ihren Namen, Ihre Kontaktdaten und eine kurze Beschreibung Ihres besonderen Hobbys an die Adresse: eifel@volksfreund.de  Vielleicht stellen wir dann bald auch Sie und Ihre Leidenschaft vor.

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