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Erinnerung an Clara Viebig

Erinnerung an Clara Viebig

Mit einem spannenden und rhetorisch starken Vortrag von Alois Mayer haben der Geschichtsverein Prümer Land und der St. Vi ther Geschichtsverein in der Weiland-Akademie in Irrhausen an die "Eifeldichterin" Clara Viebig erinnert.

Irrhausen. (red) Um die vorletzte Jahrhundertwende gehörte Clara Viebig zu den meistgelesenen deutschen Autoren. Sie wurde hoch gelobt, auf eine Stufe mit Gerhard Hauptmann und Thomas Mann gestellt. Ihr Eifelroman "Das Weiberdorf" brachte den entscheidenden Durchbruch. Schon der Vorabdruck in der Frankfurter Zeitung sorgte für einen Skandal. Später kam das Buch auf den Index der katholischen Kirche - es sollte seiner Popularität keinen Abbruch tun.

Doch heute ist das literarische Gesamtwerk von Clara Viebig kaum mehr bekannt. Und bei denen, die ihr Werk noch kennen, ist ihr Ansehen oft durch Klischees und Vorurteile herabgesetzt. Zeit also, mehr über Clara Viebig zu erfahren. Und so erläuterte Alois Mayer in seinem Vortrag zunächst die Lebensstationen von Clara Viebig, ihre Auswirkungen auf ihr literarisches Schaffen und gab im Anschluss einen beeindruckenden und bewegenden Einblick in das Werk der Autorin, die 1860 geboren wurde und 1952 starb.

Umrahmt vom Kirchenchor Daleiden und untermalt mit vielfältigem Bildmaterial wurde der Vortrag, an dessen Ende Mayer eine Viebig-Novelle vortrug, so zu einem Erlebnis.

Manch einer der 100 Besucher fragte sich im Lauf der Veranstaltung mit Recht, warum die Popularität von Clara Viebig nicht durchgehend angehalten hat, sondern durch Vorurteile, aber auch durch die Nationalsozialisten, die Gegner von Viebigs Büchern waren, beendet wurde.