Erinnerung an Eifeler Künstler und sein bekanntestes Werk

Bitburg · Dass der Eifeler Künstler Mathieu Molitor ein derart berühmtes Werk schafft, ist schon etwas Besonderes: Aus seiner Werkstatt stammt die Bronze-Figurengruppe zu Goethes Faust in der Leipziger Mädler-Passage. Die Skulptur wurde vor genau 100 Jahren enthüllt. Im Kreismuseum erinnert ein Vortrag an den Künstler aus Pickließem.

 100 Jahre stehen sie nun ehrwürdig nahe Auerbachs Keller: Ein Eifeler Künstler hat die berühmten Faustskulpturen für die Leipziger Mädlerpassage geschaffen: Mathieu Molitor aus Pickließem. Foto: privat

100 Jahre stehen sie nun ehrwürdig nahe Auerbachs Keller: Ein Eifeler Künstler hat die berühmten Faustskulpturen für die Leipziger Mädlerpassage geschaffen: Mathieu Molitor aus Pickließem. Foto: privat

Bitburg. Mathieu Molitor, geboren 1873 in Pickließem, wäre sicher stolz, wenn er wüsste, dass die großen Bronzefiguren seiner "Faust"-Gruppe in Leipzig sich so großer Beliebtheit bei Touristen und Einheimischen erfreuen. Vor genau 100 Jahren wurden sie in der Leipziger Mädlerpassage aufgestellt. Zigmal am Tag lassen sich Touristen vor dem Denkmal fotografieren, Passanten streichen im Vorübergehen mit der Hand über den Fuß des Doktor Faust, denn das verspricht den Studenten Glück bei den Prüfungen, den Reisenden eine Wiederkehr und mag noch für so manches andere gut sein. Jedenfalls zeugt der golden glänzende Fuß des Gelehrten vom Glauben an die glückbringende Eigenschaft der Figuren.
Vor rund 100 Jahren entstand an der Stelle der Studentenkneipe des Dichters Johann Wolfgang von Goethe die Mädler-Passage, ein nobles Geschäftshaus, dem der historische Bierkeller einverleibt wurde.
Für die künstlerische Gestaltung des Eingangsbereiches wurde ein Wettbewerb ausgerufen, Mathieu Molitor beteiligte sich - und gewann. 16 Jahre später starb Molitor in Leipzig.
Mittlerweile hat das Kreismuseum Bitburg-Prüm Molitor und seinem Werk einen eigenen Raum gewidmet. Derzeit sind dort auch die Figuren der Faust-Gruppe als kleines Modell zu sehen, das für den Wettbewerb entstanden war.
Zur Erinnerung an Molitor und seine Figurengruppe hat das Museum die Leipziger Kunsthistorikerin Birgit Hartung für Donnerstag, 21. November, um 19.30 Uhr ins Kreismuseum zu einem Vortrag eingeladen. Sie beschäftigte sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit mit dem Künstler und seinem Werk. Sie wird über die Ergebnisse ihrer Forschungen berichten. MRA
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