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Erinnerung auf Schritt und Tritt

Erinnerung auf Schritt und Tritt

BITBURG. Nun soll auch Gerda Dreiser mit einem Straßennamen geehrt werden. Der Fußweg zwischen Cascade und Denkmalstraße soll nach der Heimatdichterin benannt werden, die in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Neben mehr oder weniger verdienten Männern aus der Bitburger Stadtgeschichte soll nun wieder einmal eine Frau mit der Benennung einer Straße geehrt werden: Dem Hauptausschuss der Stadt Bitburg liegt für seine Sitzung am Donnerstag, 17 Uhr, ein Beschlussvorschlag vor, den Fußweg von der Denkmalstraße zum Schwimmbad den Namen Gerda-Dreiser-Weg zu geben. Damit soll eine bleibende Erinnerung an diese engagierte Bitburgerin geschaffen werden, deren Geburtstag sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährte (der Trierische Volksfreund berichtete). Geboren am 16. Februar 1906 in Malberg, wuchs Dreiser ab dem 1. März 1906 in Bitburg auf. Nach der Mittleren Reife in Boppard (1923) und dem Besuch der Handelsschule war sie von 1933 bis 1944 bei der Landesbauernschaft beschäftigt. In dieser Zeit engagierte sich Gerda Dreiser bereits beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). 1944/ 45 arbeitete sie für das DRK im Kriegslazarett Bitburg. Nach 1946 stand Dreiser, die nicht Mitglied der NSDAP war, in Diensten des Landratsamts. Nach dem Krieg setzte sie sich für die Neugründung des DRK in Bitburg ein. Bei fast 3000 Exhumierungen von Kriegstoten und Zwangsarbeiten - unter anderem bei den nicht eindeutig zuordbaren Zwangsarbeiten auf dem Bitburger Friedhof - war sie beteiligt. Für ihr Engagement wurde sie unter anderem mit der höchsten Auszeichnung des Internationalen Roten Kreuzes, der Florence-Nightingale-Medaille, ausgezeichnet. Auch war die für die CDU im Stadtrat aktive Gerda Dreiser Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Neben all diesen Aufgaben betätigte sie sich unter anderem auch als Heimatdichterin und als Mitarbeiterin im Heimatkalender des Landkreises. Im Alter von 84 Jahren starb sie am 6. Januar 1991 in Bitburg. Ihr Wirken und ihr 100. Geburtstag sind für die Stadt nun die Gründe dafür, einen Weg nach Gerda Dreiser zu benennen. Laut Vorlage stehen derzeit keine Straßen in Bitburger Baugebieten zur Namenswidmung an. Deshalb soll die bisher namenlose Verbindung zwischen Altstadt und Bitburg-Ost an die Heimatdichterin erinnern. Unweit der Einmündung des zukünftigen Gerda-Dreiser-Wegs in die Denkmalstraße liegt übrigens das ehemalige Wohnhauses der nun zu Ehrenden im Bereich Schleifstein. Dort ist auch eine Gedenktafel angebracht.Erneuerung des Belags ist schwierig

Wird auch der rund 400 Meter lange Weg in Zukunft einen klangvollen Namen haben, so ändert sich deshalb noch lange nichts am Zustand der vornehmlich von Schülern und Schwimmbadbesuchern genutzten Verbindung. Die Treppen im oberen Bereich sowie die Bitumendecke sind stellenweise in einem kläglichen Zustand. Zur Sanierung des Weges hat sich der Stadtrat Bitburg bisher nicht durchringen können. Schließlich gestaltet sich die Erneuerung des Belags als schwierig. Vor etwa einem Vierteljahrhundert legte die Stadt Bitburg die Fußwege in der Oststadt an. Was sie nicht beachtete: Für größeres Baugerät sind die Wege zu schmal. Außerdem ist der Fußweg nicht ausreichend beleuchtet. Nach Anbruch der Dunkelheit ist der Gang von der Denkmalstraße zum Cascade eher eine Mutprobe, denn eine Abkürzung in den Osten. Daran ändert auch der neue Name nichts.