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GESCHICHTE: Erinnerung und Mahnung zugleich

GESCHICHTE : Erinnerung und Mahnung zugleich

Herbert Wirtz hat sein Buch „Vom Märchenbuch zur Panzerfaust“ vorgestellt. Die Jugenderlebnisse des Zeitzeugen erinnern an die Schrecken der Naziherrschaft.

Die Zuhörer konnten es dem heute 91-jährigen Herbert Wirtz durchaus anmerken. Wenn er von seinen Erlebnissen als Soldat im Zweiten Weltkrieg berichtet, dann berührt ihn das noch heute. Schon im Alter von 16 Jahren wurde er zur Kriegsmarine einberufen. Als 17-jJähriger nahm er an der Ardennenoffensive teil. Viel musste er durchleben, die Furcht zu fallen oder schwer verwundet zu werden. Nur mit viel Glück gelang es dem damals jungen Soldaten, wieder in seine Heimat zurückzukehren.

„Ich schreibe diese Erinnerungen nicht etwa, weil ich stolz bin auf das, was wir damals taten. Nein, meine Zeilen sollen Erinnerung und Mahnung sein. Sie sollen jungen Menschen aufzeigen, dass Friede und Freiheit nicht selbstverständlich sind. Vielmehr sind es wertvolle Güter, die wir verteidigen müssen“, sagte Wirtz. Er ergänzte: „Ungerechtigkeit, Neid und Missgunst sind keine guten Nährböden für ein friedliches Zusammenleben. Es ist daher nicht verwunderlich, dass immer mehr, auch junge Leute, linken und rechten Rattenfängern nachlaufen“, so Wirtz.

Die Buchvorstellung wurde vom Männergesangverein „Kyllecho“ Erdorf, dem Wirtz selbst jahrelang angehörte, umrahmt. Die Festredner, unter ihnen Landrat Joachim Streit, lobten das Engagement von Herbert Wirtz, seine Erinnerungen aufzuschreiben. „Die Generation der Zeitzeugen wird immer kleiner. Die Erinnerungen würden vollends verblassen, wenn es nicht Menschen wie Herbert Wirtz gäbe“, sagte Streit.

Das 152 Seiten umfassende Taschenbuch ist im Stephan Moll Verlag (Kordel) erschienen und zum Preis von zehn Euro im Buchhandel erhältlich.