Erinnerungen an Kälte, Hunger und Müdigkeit

Erinnerungen an Kälte, Hunger und Müdigkeit

Im Winter 1944/1945 hat Herb Sheaper auf amerikanischer Seite an der Ardennenoffensive teilgenommen. Schülern des Regino-Gymnasiums erzählte er von seinen Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken.

Prüm. Hellwach funkeln Herb Sheapers Augen, wenn er über den Winter 1944/1945 spricht. "Es war kalt, sehr kalt. An der Frontlinie lagen sich die deutschen und alliierten Soldaten gegenüber. Bei nächtlichen Patrouillen begegneten wir uns manchmal im Wald zwischen den Bäumen. Eine kuriose Situation, meist zog man sich einfach still zurück. Beide Seiten hatten des Nachts kaum Interesse daran, in ein Gefecht zu geraten", erzählt Sheaper.
Der 89-jährige amerikanische Kriegsveteran weiß seine jugendlichen Zuhörer im kleinen Musiksaal des Regino-Gymnasiums zu fesseln. Lebhaft berichtet er von den widrigen Bedingungen, unter denen die Kämpfer auf beiden Seiten der Front leiden mussten. Aufgewühlt, als wäre es erst gestern passiert, erzählt der gebürtige Texaner von seiner Festnahme und den Erlebnissen in Kriegsgefangenschaft.
Wie alt er gewesen sei, als er eingezogen wurde, wollen die Schüler von ihm wissen. "Ich war 18, ging gerade zum College. Es war nicht einfach. Als ich in Kriegsgefangenschaft geriet - wir waren damals vor Bleialf, als wir umzingelt wurden - bekamen meine Eltern nur die Nachricht, dass ich als vermisst gelte."
Viermal sei er nach dem Krieg nach Deutschland zurückgekehrt: "Ich lernte hier tolle Menschen kennen, viele waren selber damals Soldaten. Wir lernten uns aber als Freunde kennen." Kurios sei, dass auf beiden Seiten Veteranen teils über Jahrzehnte nicht über ihre Kriegserfahrungen sprechen wollten. "Ich kam zurück und schwieg. Wir wollten, genauso wie die Männer, die uns an der Front gegenüberlagen, den Krieg einfach vergessen."
Seine einprägsamste Erinnerung an die Gefangenschaft? "Hunger und Müdigkeit. Wir arbeiteten den ganzen Tag. Abends unterhielt man sich nicht, man spielte keine Karten. Wenn wir redeten, ging es immer ums Essen." Lebenswichtig sei damals die Versorgung des Roten Kreuzes gewesen: "Zumindest uns wurde sie von Deutschen auch nie weggenommen." aff