Ernten ausdrücklich erlaubt - Ein Naschgarten für alle in Irrel

Ernten ausdrücklich erlaubt : Hand in Hand mit dem Naturpark Südeifel - Ein Naschgarten für alle in Irrel

In Irrel soll ein Streuobstgarten zum Naschen angelegt werden. Auch ernten ist ausdrücklich erlaubt. Die Idee hatte die Bürgerinitiative Hand in Hand. Finanziert wird das Projekt mit Leader-Mitteln.

Sie haben so schöne Namen wie „Kaiser Wilhelm“, „Rheinischer Winterrambour“ oder „Blenheimer Goldrenette“. Diese und noch viele andere Sorten wachsen auf Streuobstwiesen in der Region. Eine davon liegt neben der Heidstraße oberhalb des Friedhofs in Irrel. Die Wiese gehört der Gemeinde und hat die Bürgerinitiative „Hand in Hand“ auf eine originelle Idee gebracht.

Dort soll ein Naschgarten mit alten Obstsorten entstehen. „Wir laden zum Besuch und zum Probieren ein“, sagt Michael Helbach von „Hand in Hand“. Vor allem Kindern möchten sie so die alten Obstsorten nahe gebracht werden. Der alte Bestand soll durch weitere Bäume und Hecken erweitert werden. Kinder könnten dort später  unter anderem auch Johannisbeeren, Brombeeren oder Himbeeren pflücken. „Statt  Bananen und Ananas können die Kinder dort  heimische Beeren ernten und probieren“, sagt Helbach.

Der Naturpark Südeifel ist bei dem Projekt nicht nur finanziell mit im Boot, sondern auch konzeptionell.  Der neue Streuobstbeauftragte Holger Tülp erarbeitet zurzeit ein Konzept für den Sortengarten aus. „Die Menschen können das Obst dort nicht nur probieren, sondern werden vielleicht auch dazu animiert, selbst Streuobstwiesen zu pflegen“, erhofft sich Daniela Torgau, Geschäftsführerin des Zweckverbands Naturparks Südeifel.

Ex-Ortsbürgermeister Heinz Haas, ebenfalls Mitglied bei „Hand in Hand“, hat sich schon bereiterklärt, die Patenschaft für den Sortengarten zu übernehmen. Darüber freut sich Daniela Torgau: „Streuobst ist eine Kulturpflanze, die auch gehegt und gepflegt werden muss.“ Den ersten Schnitt werde noch der Naturpark übernehmen, verspricht sie. Und die Gesamtkosten des Projekts ebenfalls. Die Höhe der Investition stehe aber noch nicht fest. Zuvor müsse noch überlegt werden, welche zusätzlichen Bäume und Sträucher angepflanzt werden, sagt Daniela Torgau.

Michael Helbach möchte mit dem Projekt vor allem auch den Zusammenhalt im Dorf fördern: „Wir haben festgestellt, dass die Orte um Irrel herum  ein sehr gemeinschaftliches Dorfleben haben. Auch wir haben ein ausgezeichnetes Vereinsleben, aber es fehlt etwas das Miteinander.

Zur offiziellen Eröffnung des Sortengartens ist ein Erntefest geplant am Samstag, 19. Oktober.

„Wir wollen am Tag zuvor mit den Kindern das Obst ernten und es dann am Samstag vor Ort keltern lassen“, sagt Doris Tossing-Backendorf von der Initiative „Hand in Hand“. Eigens dazu organisiert Holger Tülp eine mobile Saftpresse, die auch von allen anderen an diesem Tag genutzt werden kann. „Wer am Samstag sein Obst mitbringt, kann später seinen eigenen Saft mitnehmen“, sagt er. Tülp ist gespannt, wie stark das Angebot angenommen wird.

Und bei dieser Gelegenheit können alle Streuobstbesitzer ihre Früchte von einem Pomologen, also einem Apfelsorten-Kenner, begutachten lassen.  „Im Naturpark Südeifel gibt es mindestens 300 Apfelsorten“, schätzt Tülp. Er hofft, dass vielleicht an diesem Tag echte Raritäten auftauchen, die man vielleicht schon vergessen glaubte.

Außerdem ist ein Kuchenwettbewerb geplant. „Wir wollen den besten Apfelkuchen prämieren“, sagt Doris Tossing-Backendorf.

Die Bürgerinitiative Hand in Hand in Irrel (von links: Doris Tossing-Backendorf, Heinz Haas, Michael Helbach) und der Naturpark Südeifel (Holger Tülp, Daniela Torgau) planen zusammen einen Sortengarten zum Naschen in Irrel anzulegen. Foto: Stefanie Glandien. Foto: TV/Stefanie Glandien

Wenn der Naschgarten umgesetzt ist, hat die Bürgerinitiative „Hand in Hand“ schon weitere Pläne. Da an der Streuobstwiese ein Premiumwanderweg vorbeiführt, könnte der Sonnenweg auch als Wanderweg ausgebaut werden. „Der führt bis zum Parkplatz der Irreler Wasserfälle“, sagt Doris Tossing-Backendorf. „Aber das sind noch Zukunftsträume“.

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