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Erst Bypass, dann Bauwerk: Landesbetrieb Mobilität Gerolstein bereitet Bau von Wildbrücke über B 51 vor

Erst Bypass, dann Bauwerk: Landesbetrieb Mobilität Gerolstein bereitet Bau von Wildbrücke über B 51 vor

Die Bundesstraße 51 wird auch im kommenden Jahr ein Nadelöhr bleiben. Bereits seit September läuft der zweite Abschnitt der Fahrbahnerneuerung zwischen Olzheim und Brühlborn, im Januar soll ein weiterer Engpass hinzukommen: Bei Stadtkyll wird dann mit dem Bau der seit vier Jahren geplanten Wildbrücke begonnen.

Es geht tatsächlich los: Die Arbeiten an der Ausbesserung der Bundesstraße 51 zwischen Olzheim und Brühlborn sind noch im vollen Gange, da kündigt sich bereits die nächste Großbaustelle an. Zwischen Stadtkyll und der Abzweigung zum Ortsteil Schönfeld soll bald der Bau einer seit vier Jahren geplanten Wildbrücke beginnen. Bevor es so weit ist, muss aber noch ein sogenannter Bypass - eine provisorische Umgehungsstraße - gebaut werden. Dafür ist gerade eine der drei Fahrspuren der B 51 geschlossen worden.

"Wir wollen möglichst in der dritten Januarwoche mit den Arbeiten beginnen. Damit die Bundesstraße dafür nicht gesperrt werden muss, wurde jetzt damit angefangen, die Behelfsumfahrung zu bauen", sagt Dietmar von Landenberg vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein. Für jede Fahrtrichtung werde eine Spur eingerichtet. "Um die 12 000 Fahrzeuge sind täglich auf der Strecke unterwegs, eine Sperrung kam also kaum infrage." Sei die Ausweichspur fertig, könne man, sobald das Wetter es zulasse, mit dem Bau anfangen. "Wir hoffen, die Brücke dann bis Ende 2017 fertig zu haben."Sehr lange Vorbereitung

Übrigens, viele Fahrer kennen die Stelle, an der das Bauwerk entstehen wird, wahrscheinlich schon. Vor anderthalb Jahren wurde dort nämlich großflächig zu beiden Seiten der Bundesstraße ein auffallend großes Waldstück zur Vorbereitung gerodet. "Das Bauwerk ist als Bogenbrücke geplant. Wie sie ungefähr aussehen wird, kann man sich bei Dockweiler an der B 410 anschauen", sagt von Landenberg.

Knapp 2,5 Millionen Euro wird der Brückenschlag kosten. Weil er als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der 40 Kilometer entfernten Autobahn 1 zwischen Kelberg und Darscheid gedacht ist, übernimmt der Bund die Baukosten. Eigentlich hätte das Projekt auch in Nähe des Autobahnabschnitts entstehen sollen, schließlich wurde dort die Eifellandschaft zerschnitten und versiegelt.

Nach einigen Gutachten sei dort aber kein optimaler Standort gefunden worden, erklärte Harald Enders, Leiter des LBM Gerolstein, als das Bauvorhaben vor vier Jahren vorgestellt wurde. Man habe nach einem neuen Gelände gesucht, das den optimalen Nutzen bringe. Untersuchungen eines Wildbiologen zeigten schließlich, dass am nun vorgesehenen Platz große Wildgebiete von der Bundesstraße durchschnitten werden - Dachse, Rotwild und vor allem Wildkatzen sollen mit der Brücke die Reviere bald sicher durchqueren können.

Allein, wie will man das liebe Tier dazu bringen, nicht den selbstmörderischen Sprung über die Fahrbahn zu wagen und stattdessen brav den offiziellen, ungefährlichen Übergang zu nutzen? Ganz einfach: Über etwa 1,2 Kilometer wird ein Wildzaun alle am Waldrand sanft zur Brücke leiten, und auch auf dem Bauwerk wird ein Zaun aufgebaut.
"Ein sogenannter Blendschutz. Er wird zwei Meter hoch und geht an den Seiten jeweils in den Wildzaun über", sagt von Landenberg.