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Erst Fußball, dann Tenorhorn

Erst Fußball, dann Tenorhorn

PRÜM. Erst war er in seiner Freizeit Fußballer, dann Musiker: Rudi Raskopp aus der Prümer Wandalbertstraße ist ein beliebter und engagierter Mitbürger. Über allem steht seine Familie.

In der Waldstadt kennt ihn jeder, den guten Geist Rudi. Ein Orginal im positiven Sinne, ein hilfsbereiter Mitmensch, ein engagierter Bürger. Rudi Raskopp (67) ist gelernter KFZ-Mechaniker, arbeitete in den letzten Jahren vor der Rente als Hausmeister in der Sonderschule. Er entstammt einer Prümer Familie, in der er zusammen mit vier Brüdern und einer Schwester aufwuchs. Sein Vater Karl war Eisenbahner. Zusammen mit seiner Frau bewohnt Rudi Raskopp ein naturnah gelegenes Haus in der Abteistadt. Die Söhne Rainer und Jürgen haben eigene Familien und wohnen ebenso in Prüm. "Wenn Enkelin Lina zu Besuch kommt, fängt auch mein Tag neu an", sagt Opa Rudi, den es dann oft mit Lina auf Bummelgang in die Stadt zieht. "Den Kinderwagen fahre ich lieber als das Auto", sagt der Opa ganz stolz. 25 Jahre Vorsitzender des Prümer Musikvereins

Prüm ohne die "Raskopp-Dynastie" - das wäre kaum vorstellbar. Der Musikverein profitiert seit Jahrzehnten von den Diensten der Familie. 25 Jahre war Rudi Raskopp Vorsitzender, heute ist er Ehrenpräsident. Glatte 50 Jahre steht er als aktiver Musiker, mal als Horn-, mal als Tenorhornspieler, in Diensten des Vereins. "Bis heute ist er aktiv, zusätzlich kümmert er sich um das Notenmaterial und die Instrumente", sagt Rainer Raskopp, der es wissen muss. Er und sein Brüder Jürgen sind ebenso wichtige Stützen im Verein wie der Vater: Rainer spielt Tenorhorn und ist zweiter Vorsitzender, Jürgen spielt das Schlagzeug und fungiert als Schriftführer. Wenn Rudi Raskopp zum Horn greift, kann sich der Zuhörer über virtuose Klänge freuen. Erst kürzlich bot der Musiker in der Basilika eine Romanze von Mozart - man hätte eine Stecknadel fallen hören können. "Zu den Höhepunkten im Vereinsleben zählen die Verleihung der Pro-Musica-Medaille, einige Konzertreisen und glanzvolle Auftritte in unserer Stadt", erinnert sich Raskopp gerne zurück. Seit 1990 gibt es in der Waldstadt die "Abteibläser" - natürlich mit Rudi Raskopp als Hornist. Auch hier kann der Musiker auf Erfolge verweisen: Reisen nach Tschechien ins Bäderdreieck, Mitwirken beim Basilika-Richtfest oder beim Eifeler Unterhaltungsabend im Forum Daun. Dass er in früheren Jahren auch karnevalistisch tätig war, wissen eigentlich nur noch die älteren Semester. "Zusammen mit meinen Brüdern Karli, Jakob und August karikierten wir gesanglich das Prümer Geschehen", weiß Raskopp noch zu gut. Doch ehe es mit der Musik losging, war er ein exzellenter Torwart beim legendären SV Prüm der 60-er Jahre. "Rudi im Fußballtor" - das ließ vor vier Jahrzehnten Fußballgrößen aus Koblenz-Neuendorf und Pirmasens schier verzweifeln. "Ein Angebot des 1. FC Saarbrücken schlug ich aus, mein Heimatverein war mir wichtiger", sagt der Teufelskerl von einst."Hans Dampf in allen Gassen"

Genau solche Attribute waren und sind es, die Rudi Raskopp beliebt machten. "Ja, er ist ein zuverlässiger und hilfsbereiter Mensch", sagen seine Söhne Rainer und Jürgen. "Hans Dampf in allen Gassen" nennt ihn respektvoll Sohn Rainer. Das bezieht sich heute allerdings eher auf sein Privatleben in seiner Heimatstadt Prüm. Wandern, Lesen, Garten- und Hausarbeit zählen zu seinen Hobbies. Der Mann im "Unruhestand" kann allerdings auch nachdenklich werden. Mit zehn Jahren erlebte er die Explosionskatastrophe in Prüm, auch an den Krieg kann er sich erinnern. "Möge nur immer Friede sein", das ist ein Wunsch von Raskopp. Wenn auch Sie eine historische Anekdote kennen, den Namen eines Hauses oder einer Straße erklären können oder zu einem historischen Ereignis eine persönliche Geschichte zu erzählen haben, dann schreiben Sie unter dem Stichwort "Dorfgeschichten" mit Namen, Adresse und Telefonnummer an die E-Mail-Adresse eifel@volksfreund.de. Wichtig ist, dass Ihre Geschichte höchstens 2000 Anschläge umfasst.