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Erst Kyrill, dann der Käfer

Erst Kyrill, dann der Käfer

Nach dem Sturm "Kyrill" läuft in den Eifeler Wäldern die Windwurf-Aufarbeitung. Aber wegen des ungewohnt trocken-warmen Wetters droht nun das nächste Problem: der Borkenkäfer.

Prüm. (fpl) Viel Arbeit im Zuge von Orkan "Kyrill": In den Waldstücken der Eifel brummen die Motorsägen und Erntemaschinen. Die anfangs auf 65 000 Kubikmeter geschätzte Schadholzmenge, so meldet Peter Wind vom Forstamt Prüm, habe sich aufgrund so genannter Nachwürfe sogar noch auf mittlerweile etwa 75 000 Kubikmeter erhöht. Etwa zwei Drittel davon seien jedoch bereits aufgearbeitet.Der Holzabsatz wird allerdings zunehmend schwieriger, deshalb ergeht die eindringliche Bitte vom Forstamt an die Waldbesitzer: Nur liegende Stämme aufarbeiten. Zusätzlich noch stehendes Holz zu schlagen, gehe zu Lasten der Kontingente anderer Waldbesitzer und verschärfe unnötig die Situation auf dem Markt.Jetzt droht den Waldbesitzern weiterer Stress. Ursache: "Buchdrucker" und "Kupferstecher", die beiden meist verbreiteten Borkenkäfer-Arten in der Region. Forstamt und Waldbauverein Prüm bieten jedoch auch hier den geplagten Besitzern Hilfe an. Die Schädlinge schwärmen ab einer Lufttemperatur von 16,5 Grad Celsius aus. Peter Wind: "Und nach dem trockenen Herbst und milden Winter stand eine sehr hohe Käferpopulation zum Abflug bereit." Die Käfer finden zudem - bedingt durch Kyrill - ideale Brutraumbedingungen vor. Wind: "Vor allem die vielen Einzel- und Nesterwürfe stellen sich in diesem Zusammenhang als problematisch dar. Die Käfer frühzeitig aufspüren

Um dieses hohe Massenvermehrungspotenzial zu entschärfen, sind alle Waldbesitzer gefordert. Denn fliegen die Käfer einer befallenen Fichte aus, können sie bis zu 50 weitere Bäume befallen." Durch den Larvenfraß der Borkenkäfer unter der Rinde wird die Nährstoff- und Wasserversorgung des Baumes unterbrochen - er stirbt ab. Also müssen die Käfer frühzeitig aufgespürt werden. Daher sollten Nester aus dem Vorjahr sowie nach Süden gelegene, neu angerissene Bestandsränder alle ein bis zwei Wochen kontrolliert werden. Werden Käferstadien oder braunes Bohrmehl gefunden, muss sofort die Aufarbeitung des verwertbaren Holzes erfolgen. Wichtig beim Ablegen am Waldrand (in LKW-Ladungen zu etwa 25 Festmetern, genannt "Polter"): Es muss zwischen frischem und altem Käferholz, erkennbar an der abgefallenen Rinde, unterschieden werden, da hier die Käufer Preisabschläge machen. Das Forstamt weist alle Waldbesitzer auf ihre Verpflichtung hin, die Gefahren einer Borkenkäfer-Vermehrung zu verhüten und zu bekämpfen. Unterstützung bei der Aufarbeitung und Vermarktung ihres Holzes erhalten sie bei den zuständigen Förstern, beim Forstamt Prüm oder beim Waldbauverein Prüm. Das Forstamt Prüm ist erreichbar unter Telefon 06551/96100.