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Erster Tag der Maskenpflicht in Bitburg und Prüm. Die Eifeler halten sich an die Corona-Maßnahme

Bitburg/Prüm : Maskenpflicht: Die Eifeler halten sich an die Vorgaben

Beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen geht nichts mehr ohne Mund-Nasen-Schutz. Zwei TV-Reporter haben sich in Bitburg und Prüm umgeschaut, wie die Eifeler mit der neuesten Corona-Maßnahme umgehen. In einem Satz: Was muss, das muss.

Der erste Tag mit Maskenpflicht in Bitburg: „Ich muss erst mal Luft holen“, sagte eine Frau lachend, als sie ein Geschäft in der Fußgängerzone verlässt und sich gleich den Mund- Nasenschutz von Mund und Nase erleichtert wegzieht. So praktizieren es viele, die aus den Geschäften kommen. Viele lächeln dabei, ob des ungewohnten Anblicks, den man sich gegenseitig so bietet. In den Ladenlokalen kann sich das Personal allerdings nicht derart erleichtern, sondern muss durchhalten und den Mund-und Nasenschutz aufbehalten.

Aber Evamaria Zapp ist dennoch froh, dass nun alle eine Maske tragen müssen. Sie reicht in der Tchibo-Filiale gerade einem älteren Kunden einen Kaffeebecher, und der 82-Jährige hat auch ganz korrekt einen Mund-Nasen-Schutz auf. Die nächste Kundin, die hereinkommt, trägt ihre Maske allerdings in der Hand und wird zugleich bestimmt darauf hingewiesen, den Schutz anzulegen. Die Tchibo-Mitarbeiterinnen müssen auch noch den nötigen Abstand einfordern. Die Szene macht deutlich, warum Evamaria Zapp froh ist über die Maskenpflicht. „Wir tragen die Masken ja schon seit letzter Woche. Anfangs war das nicht angenehm“, erzählt sie. „Wenn aber in einem kleinen Raum wie hier jemand niest, dann hat man das Bedürfnis, sich zu schützen.“

Von der Maskenpflicht lässt sich Christine Mertel aus Beilingen nicht den Humor und den Spaß am Einkaufen nehmen. Sie lässt sich im Modehaus Messerich von der Verkäuferin Sarah Urfels beraten. Die 24-Jährige aus Herforst und ihre Kolleginnen im Modehaus tragen schon seit letzter Woche den Mund-Nase-Schutz. Für Sarah Urfels ist das immer noch sehr ungewohnt und zudem auch sehr warm unter der Maske. Dennoch ist die Stimmung gut bei ihr und ihrer Kundin Christine Mertel.

„Mit Maske zu bedienen ist schon beschwerlich, zumal wenn man viel reden muss“, findet Franziska Braun vom Schuhhaus Karl Braun am Spittel. „Wir haben eine umgängliche Kundschaft, die Leute kommen mit Maske rein und akzeptieren die Umstände.“

Der Inhaber des Geschäfts, das seit 1953 besteht, hat sein Lokal umgestaltet, damit die Abstände besser eingehalten werden können. Ein- und Ausgang sind nun voneinander getrennt. Der Kunde wird quasi am Eingang empfangen. Dort steht auch eine farbige Hinweistafel mit den Regeln, die in der Corona-Krise gelten. Auch Desinfektionsmittel steht bereit und wird nach jedem Besuch eingesetzt.

„Das Ordnungsamt hatte alles kontrolliert und war zufrieden mit unseren Maßnahmen“, erzählt Braun. Der Inhaber findet, dass die Kunden insgesamt noch zurückhaltend sind. „Die, die kommen, kaufen ganz gezielt ein. Man hat den Eindruck, dass die Leute noch keine rechte Lust zum Bummeln haben“, findet auch Franziska Braun.

Auch im syrischen Geschäft Kheirat Alscham in der Josef-Niederprüm-Straße tragen Kunden und Verkäufer den Mund-Nase-Schutz. Die Zahl der Kunden, die eintreten dürfen, ist begrenzt. Und Inhaber Athman Almouhammad trägt Maske und Handschuhe, da er gerade süßes Gebäck aus der Auslage nimmt. An der Kasse sitzt sein Bruder Eid Almouhammad, ebenfalls „maskiert“, wie auch eine ältere Kundin, die gerade den Laden betritt.

Vor einem Optikergeschäft hat sich derweil eine Schlange gebildet, nur Kunden mit Termin werden dort eingelassen. Und während das Glockenspiel gerade „Alle Vögel sind schon da“ trällert, ist auch vor dem Buchladen eine Schlange entstanden. Dort dürfen nur zwei Kunden ins Geschäft hinein – natürlich mit Maske und mit desinfizierten Händen – Desinfektionsmittel steht bereit.

Montag, 12 Uhr, in Prüm. Erfahrungsgemäß ist an der Bushaltestelle Gerberweg nicht allzu viel los. Einige Menschen im Internet scherzten bereits: „Die Masken haben wir nun, aber wo bekommt man denn dieses ÖPNV her?“

Doch als tatsächlich mal ein Bus an der Haltestelle in Prüm hält, sieht man das gleiche Bild, das man auch aus größeren Städten kennt. Ein paar Fahrgäste steigen aus und ziehen die Maske ab, die anderen steigen ein und ziehen ihren Schutz vors Gesicht. Alle? Ja, „alle Fahrgäste verhalten sich super vorbildlich, ich musste noch niemanden ermahnen“, sagt der Busfahrer auf die Frage des TV-Reporters.

Das ist auch das Bild, das sich vor der Eisdiele am Hahnplatz zeigt. Nachdem er mit genügend Abstand eine Zeit lang in der Schlange gewartet hat, bestellt Heinz aus Waxweiler sein Eis: „Eine Kugel Vanille, bitte!“ Die Kommunikation mit dem Eisverkäufer klappt trotz der Masken gut. Bevor er jedoch das Eis in der Sonne vor der Basilika essen kann, muss er natürlich die Maske abnehmen.

Anders geht es nicht. Das ist übrigens ein Satz, den man oft in der Stadt hört. Zum Beispiel, als sich im Drogeriemarkt zwei Kundinnen treffen: „Ganz schön unangenehm, das mit der Maske“, sagt die eine. „Ja“, erwidert ihre Gesprächspartnerin, „aber anders geht es eben nicht.“

Laden-Inhaber Athman Almouhammad (links)  und sein Bruder Eid  Almouhammad haben sich schon irgendwie an die Masken gewöhnt. Foto: TV/Maria Adrian
Karl und Franziska Braun freuen sich über ihre sehr umgängliche Kundschaft, die sich an die Spielregeln hält. Foto: TV/Maria Adrian
Maskenpflicht  auch im ÖPNV : An der Haltestelle Gerberweg in Prüm steigt kein Fahrgast ohne den Schutz aus dem Bus. Foto: Marius Kretschmer

Ob Chirurgenschutz, Bandana oder Behelfsmaske mit lustigen Flamingos. Alle tragen eine Maske, es bleibt kein Gesicht in den Läden in Prüm stofffrei. Was sich unterscheidet, ist eigentlich nur, wann die Menschen sie aufziehen. Während sich einige bereits beim Aussteigen aus dem Auto maskieren, ziehen andere erst kurz vor dem Ladeneingang die Maske ins Gesicht.