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Erstes Stockwerk der Prümer Realschule Plus ist geschlossen

Archiv - Investigative Schülerzeitung : Der Flur bleibt noch eine Weile verwaist

Das erste Stockwerk der Kaiser-Lothar Realschule plus ist gesperrt. Die Sechstklässler sind noch immer auf verschiedene Räume verteilt. Die Schülerzeitung Igel rügt  die Kreisverwaltung dafür - wie sich zeigt, zu Unrecht.

In den Klassenräumen stehen die Stühle säuberlich auf den Tischen. Die Flure in der ersten Etage der Kaiser-Lothar-Realschule plus wirken verwaist. Eine feine Staubschicht liegt mittlerweile auf den Fensterbänken, ein paar vergessene Jacken deuten fälschlicherweise auf Betriebsamkeit hin. Dort, wo eigentlich Schüler der Orientierungsstufe im Dreiviertelstundentakt durch die Gänge toben sollten, herrscht nämlich seit dem Ende der Sommerferien gespenstige Stille.

Alle sechsten Klassen wurden in Ausweichquartieren untergebracht. Der Grund dafür: Es fehlt ein zweites Treppenhaus, das im Notfall als Fluchtweg genutzt werden könnte. Man ging zunächst davon aus, dass die Sechstklässler nach knapp acht Wochen wieder in ihre Etage zurückziehen können, daraus wurde aber bis heute nichts.

Das Redaktionsteam der Schülerzeitung Igel hat in einem vielbeachteten Beitrag auf die Situation an seiner Schule hingewiesen. „Die Schülerinnen und Schüler, die dort oben untergebracht waren, wurden zwecklos rausgeworfen!“, überspitzt Armin Lepage im Artikel „Hilfe, die Schule wird geschrumpft“. Jahr für Jahr habe das Team der Sicherheitsbeauftragten die Kreisverwaltung als Schulträger auf den fehlenden Notausgang, beziehungsweise die nicht vorhandene Notfalltreppe hingewiesen, ohne dass etwas passiert sei. Zu Recht wurde immer wieder gemahnt, dass etwas passieren müsse, findet die Igel-Redaktion und weist auf die Gefahren eines Treppenhausbrandes hin, bei dem sich in der momentanen Situation niemand retten könnte.

„Es ist natürlich schön, dass unsere investigative Schülerzeitung so aktiv ist und im Kern liegen sie ja richtig damit, dass der Bau einer weiteren Fluchtmöglichkeit überfällig ist, bei der Suche nach einem Schuldigen taten sie der Kreisverwaltung allerdings unrecht“, sagt der Schulleiter Stephan Schilling. Nachdem sie darauf hingewiesen wurden, seien die Igeler dann aber wieder professionell gewesen und hätten die Vorwürfe nicht einfach im Raum stehen lassen.

Die Nachwuchsjournalisten gingen bei ihrer Kritik am Schulträger davon aus, dass sich nichts tue und Nachfragen nach dem Stand der Dinge unbeantwortet blieben. Nach einem Hinweis des Schulleiters, dass sie nicht ganz richtig liegen, korrigierte man sich: „Zwar sind die Umbauarbeiten noch nicht so richtig angelaufen, es tut sich aber sehr wohl was und die Kreisverwaltung ist nicht verantwortlich dafür, dass es nicht vorwärts geht mit einer zweiten Treppe“.

Die Sache sei, sagt der Schulleiter im Gespräch mit dem TV, etwas komplizierter. „Zunächst war geplant, einen Behelfsnotausgang zu installieren“, sagt Schilling. Acht Wochen habe man dafür eingeplant. Allerdings sei diese Variante dann aber behördlich nicht genehmigt worden, um stattdessen einen vollwertigen Notausgang in Form einer Stahltreppe zu bauen. Die könne aber nicht einfach so an das Gebäude angesetzt werden. „Dafür muss ein neuer Bebauungsplan für das Schulgebäude erstellt werden“, informiert der Rektor. Das wiederum sei keine Idee des Schulträgers, „da dieser keine Baugesetze erlässt, sondern sie nur umsetzt.“

Das mit der Unterbringung der Sechstklässler nun einige Fachräume zweckentfremdet wurden, ist übrigens eine bewusste Entscheidung gewesen. „Es kursieren Gerüchte, dass wir dazu gezwungen waren, da ist aber nichts dran. Die Kreisverwaltung hat uns selbstverständlich angeboten, die Klassen im eh von uns teils genutzten Gebäude der ehemaligen Hauptschule unterzubringen, aus organisatorischen und pädagogischen Gründen haben wir uns dann aber dagegen entschieden“, sagt Schilling. Zum einen sei die Umsiedlung nicht so einfach mit den Aufsichtsplänen der Schule vereinbar, zum anderen wollte man die Orientierungsstufe nicht im Handstreich isolieren.“

Und Bewegung sei in der Sache definitiv drin, sagt Schilling, „nur eben hinter den Kulissen.“ Freitag besuchten die Kreisplaner die Schule. „Wir hoffen, dass es so schnell wie möglich weiter gehen wird und die Schüler bald ihre angestammten Klassenräume wieder beziehen können“, sagt Schilling.

Weitere Informationen im Internet unter: www.klrplus.de. Der Igel ist im Internet unter igel.klrplus.de zu finden.