Es bleibt eng auf der A60 zwischen Prüm und Belgien

Kostenpflichtiger Inhalt: Antwort auf Resolution des Eifelkreises : Es bleibt eng auf der A60 zwischen Prüm und Belgien

Land und Bund sehen derzeit „keine Veranlassung und keine Möglichkeit“ für einen vierspurigen Ausbau der A 60 Richtung Belgien. Das geht aus den Antworten auf eine Resolution hervor. Geprüft wird aber, ob Brandscheid einen Anschluss bekommt.

Die Autobahn 60 ist eine gefährliche Straße. Vor allem auf dem zweispurigen Teilstück zwischen Prüm und Belgien kracht es immer wieder. Seit 2010 kam es dort zu sechs Unfällen mit sieben Toten.

Die Sicherheit war einer der Gründe, warum der Kreistag Ende 2018 eine Resolution zum vierspurigen Ausbau der Schnellstraße verabschiedet hat. Die Forderung: Der Bund soll die Lücke auf der A60 schließen und eine Anschlussstelle auf Höhe von Brandscheid schaffen.

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Fünf Antworten auf dieses Schreiben liegen inzwischen bei der Kreisverwaltung vor. Und die machen nicht gerade Hoffnung auf ein Ende des Nadelöhrs.

So schreibt Stefan Krause vom Bundesverkehrsministerium: Es bestehe derzeit „keine Veranlassung und auch keine Möglichkeit zur Aufnahme von Planungen zum verstreifigen Ausbau zwischen Steinebrück und Prüm.“ Das Argument ist seit Jahren bekannt: Die Strecke sei zu wenig befahren, ein Ausbau aufgrund eines „unzureichenden Nutzen-Kosten-Verhältnisses“ nicht wirtschaftlich. 8000 Autos werden täglich an der Zählstelle an der Grenze erfasst. Mehr als 20 000 Autos an Tag würden aber gemäß der Rahmenbedinungen erst einen Ausbau rechtfertigen. Ähnlich argumentiert der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP). Ein so „starker Verkehrsanstieg“ sei nicht zu erwarten.

Oliver Paasch, Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgien, unterstützt die Resolution des Kreises hingegen. Paasch schreibt, der Ausbau „würde eine große Erleichterung für die Mobilität der Pendler aus unserer Region darstellen.“

Auch die Landes- und Bundespolitiker aus der Region wollen sich mit dem Nadelöhr nicht abfinden.. Sowohl der Landtagsabgeordnete Nico Steinbach (SPD) als auch der Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder (CDU) unterstützen das Anliegen des Kreises, wie sie in ihren Antwortschreiben beteuern.

Schnieder weist zudem auf eine Überprüfung der Verkehrsentwicklung Ende 2021 hin. Danach könnte die A60 in einen neuen Bedarfsplan aufgenommen werden, wenn sich die Belastung stark erhöht.

Davon ist nach Prognosen des Landesbetriebs Moblität Trier aber nicht auszugehen. Bei der Behörde rechnet man durch die Öffnung des Hochmoselübergangs zwar mit einem Anstieg von 4000 Autos. Für einen Ausbau sind das aber zu wenige.

Und wie stehen die Chancen für die neue Anschlussstelle? Das werde derzeit durch ein Verkehrsgutachten ermittelt, schreibt Minister Wissing. Die Aussichten: noch unklar.

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