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Es lärmt weiter auf Kolmeshöh'

Es lärmt weiter auf Kolmeshöh'

BITBURG. Der Lärm der B 51 in Bitburgs Westen bewegt weiter die Gemüter. Zwei Stadtratsmitglieder haben sich des Themas erneut angenommen. Eine Verbesserung der Situation ist derzeit aber nicht in Sicht.

Niemand wohnt gerne neben einer Autobahn. Die Menschen in Bitburgs Westen tun das. Rund 24 000 rauschen täglich auf der B 51 an Bitburg vorbei. Rein rechnerisch sind das 1000 pro Stunde, beziehungsweise alle drei Sekunden ein Fahrzeug. In Wirklichkeit sind es jedoch mehr, da sich der Verkehr während des Tages auf der Bundesstraße mit Autobahn-Belastung ballt. Die beiden Stadtratsmitglieder Thomas Barkhausen (SPD) und Hermann Schlösser (CDU) wollen den Lärm eindämmen. Ihre Lösungsansätze sind jedoch verschieden. Barkhausen fordert Lärmschutzwände entlang der B 51, da der zulässige Lärmpegel von 70 Dezibel (dB/a) überschritten sei.23 850 Fahrzeuge pro Tag auf der '51

Der Stadtrat geht dabei von der Verkehrszählung aus, die der Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) im September/Oktober 2003 vornahm. Laut LSV befahren durchschnittlich 23 850 Fahrzeuge über die Westumgehung Bitburgs. Enthalten in dieser Zahl sind 4980 Lastkraftwagen. Ausgehend von diesen Zahlen seien die Grenzwerte der Lärmbelastung von durchschnittlich 70 dB/a am Tag und 60 dB/a in der Nacht überschritten. Jenseits dieser Schwelle sieht der Gesetzgeber vor, dass die Anwohner durch aktiven und passiven Schallschutz abgeschirmt werden. Der Ansatz von Hermann Schlösser geht in eine etwas andere Richtung, hat aber das gleiche Ziel: Weniger Lärm durch die B 51. Schlösser setzt auf die Sperrung der B 51 für den Transit-LKW-Verkehr. "Damit wäre den Menschen schon ein wenig geholfen", sagt der Christdemokrat. Er setzt aber auch auf die europäische Bedeutung der Bundestraße. "Es gibt ein EU-Programm, das den Ausbau von Verkehrswegen vorsieht, die europäische Bedeutung haben", sagt Schlösser. Ein mindestens dreispuriger Ausbau der Strecke zwischen Trier und der A 60 sei das Ziel. Käme der Ausbau, bestünden gute Chancen für eine Lärmschutzwand im Bereich Kolmeshöh'. Schlösser: "Eine weitere Spur wäre eine wesentliche Veränderung der Straße." In diesem Fall sei der Schallpegel niedriger, ab dem die Menschen vor dem Verkehrslärm geschützt werden müssen. Wenig Chancen auf eine Verbesserung der Lärmsituation gibt es derzeit nach Meinung von Klaus Zimmermann, Chef des Planungsbüros Isu, das den Flächennutzungsplan für die Stadt Bitburg erstellt. "Bei den Werten von 70 und 60 Dezibel handelt es sich um Dauerlärmpegel", sagt Zimmermann. Lärschutzwände gibt es deshalb nur, wenn der Lärm dauerhaft über den Grenzwerten, dem so genannten Vorsorgewert, liegt. Es reicht also nicht, wenn es mehrfach pro Minute zu laut wird. Unwahrscheinlich ist es nach Zimmermanns Worten auch, dass der so genannte Straßenbaulastträger - im Fall der Bundesstraße die Bundesrepublik Deutschland - in der derzeitigen Situation aus reiner Freundlichkeit Schallschutzwände aufstellt. "Pro Quadratmeter muss man mit rund 200 Euro rechnen", sagt Zimmermann. So kosten beispielsweise 250 Meter handelsübliche Schallschutzmauer rund 150 000 Euro. Hinzu kommen noch einmal 150 000 Euro, die für Wartung und Kontrolle als so genannte Ablöse zu zahlen wären.Mehr Lärmschutz im Baugebiet Paulskreuz?

Mehr Schutz vor Lärm könnte es für Hausbesitzer im möglichen Baugebiet auf dem Gelände zwischen Neuerburger Straße und Auf Paulskreuz geben. Dort hat das Planungsbüro einen Lärmschutzwall aus Erde eingeplant. Der könnte fast zum Nulltarif aus bei Bauarbeiten anfallendem Erdreich errichtet werden, wenn der Bau richtig geplant werde, glaubt Zimmermann. Der Wall würde den Verkehrslärm von der B 51 genau so gut abhalten wie eine Lärmschutzwand.