Es staut, quetscht und drängt sich in Bitburg

Es staut, quetscht und drängt sich in Bitburg

Jahrzehnte hat Bitburg darauf gebaut, den Innenstadtverkehr durch den Bau einer Umgehungsstraße zu entlasten. Doch ob die Nord-Ost-Tangente je gebaut wird, steht in den Sternen, während es sich in der Stadt zu Stoßzeiten weiter staut. Der TV nimmt fünf Verkehrsknotenpunkte unter die Lupe.

Bitburg. Trotz der zehn Kreisel in Bitburg läuft der Verkehr nicht überall rund. 55 000 Fahrzeuge rollen täglich durch die Stadt. Zum Vergleich: Auf der vielbefahrenen B 51 sind es 22 000. Für Autofahrer wird die Innenstadt vor allem im Berufsverkehr zu einem Geduldsspiel.
Kölner Straße: Die Kölner Straße ist eines der Haupteinfallstore nach Bitburg. Vor der Ampel an der Kreuzung Römermauer bilden sich morgens auf der Kölner Straße lange Rückstaus. "In einem Mittelzentrum wie Bitburg wäre es unrealistisch, dass es zu Stoßzeiten ganz ohne zähfließenden Verkehr geht", sagt Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität Gerolstein.
Kreisel Neuerburger Straße: Der Kreisel Neuerburger Straße/Brodenheckstraße ist heute bereits an seiner Belastungsgrenze. Morgens entstehen stadteinwärts kilometerlange Rückstaus - teils bis nach Steinebrück. Am Spätnachmittag wiederum geht es stadtauswärts an dem Knotenpunkt, der über die Brodenheckstraße auch die Hauptverbindung zum Beda-Platz ist, nur schleppend voran. "Bypässe von der Brodenheckstraße Richtung Innenstadt und von der Neuerburger Straße in die Brodenheckstraße würden den Kreisel entlasten, aber das lässt sich nur auf Kosten von Parkplätzen der Anlieger umsetzen", sagt Enders.
Denkmalstraße: Vor allem morgens und mittags, wenn Schüler und Lehrer zum oder vom St.-Willibrord-Gymnasium fahren, wird die Denkmalstraße zur Kriechspur. Vor der Ampel an der Ecke Dauner Straße/Denkmalstraße staut es sich. "Da gibt es zweimal am Tag tatsächlich eine Menge Gewusel. Aber das verlangsamt andererseits auch den Verkehr, was bei Schule und Krankenhaus ja durchaus wünschenswert ist", sagt Wolfgang Zenner von der Polizei Bitburg.
Saarstraße: Durch die vielen Ein- und Ausfahrten zu Firmen und Geschäften wird das Linksabbiegen von der und in die Saarstraße zum Problem. Zumal auf der geraden Achse eher zügig gefahren wird. Die Saarstraße ist auch der einzige Verkehrsknotenpunkt, der bei der Polizei mit mehr als 220 Unfällen in drei Jahren auffällig ist. Da sind allerdings auch alle Parkplatzunfälle mit eingerechnet.
Trierer Straße: Im Spätnachmittag stockt der Verkehr dann tagtäglich auf der Trierer Straße stadteinwärts. Die Kreuzung an der Ecke Karenweg/Borenweg ist zu klein für einen Kreisel. Vor der Ampel staut es sich. Als Fußgänger ist man nachmittags schneller von der Kreisverwaltung am Postplatz als mit dem Auto.
Der Verkehr wird mehr: "Wenn große Projekte wie Postplatz-Umgestaltung, Bit-Galerie, Limbourgs Hof sowie weitere Erweiterungen des Krankenhauses und der Neubau des Parkhauses angegangen werden, wird das auch in der Innenstadt zu noch mehr Verkehr führen", sagt Bürgermeister Joachim Kandels. Er hat einen Arbeitskreis Verkehr gegründet, der im Mai auf Basis eines Verkehrsgutachtens Lösungsvorschläge erarbeiten soll.
Das Dilemma mit der Tangente: Jahrzehnte hat die Stadt darauf gebaut, den Innenstadtverkehr durch den Bau einer Nord-Ost-Tangente (Not) zu entlasten. Doch die Verwirklichung der mehr als sechs Millionen Euro teuren Umgehungstrasse steht angesichts der Sparpolitik des Landes in den Sternen. "Wir müssen Antworten finden, auch ohne die Tangente", sagt der Bürgermeister, der dennoch weiter auf den Bau der Trasse pocht.
Einbahnstraßenring: "Wir prüfen, ob ein Einbahnstraßenring für die Innenstadt auch ohne Tangente möglich ist", sagt Kandels. Der Ring würde vom Borenweg über die Römermauer zum Karenweg führen. Stadtplaner Klaus Zimmermann gibt dabei zu bedenken: "Dann gäbe es zwar nur noch Rechtseinbieger auf den Ring, aber damit werden auch Umwegfahrten produziert."
Spange Beda-Platz: Im Zuge der Bit-Galerie ist eine Spange geplant, die von der Trierer Straße über die Gartenstraße zum Beda-Platz und von dort über die neue Bedastraße zum Karenweg führt. Das würde die Kreuzung Karenweg/Borenweg laut Zimmermann deutlich entlasten - und Fußgängern das Bummeln vom Postplatz zur Galerie erleichtern.