EU-Geld im Blick

Das 50-jährige Bestehen des Naturparks Südeifel mit einem obligatorischen Festprogramm war eines der Themen der Mitgliederversammlung. Vorwiegend wurde jedoch über derzeitige Projekte und eine notwendige Umstrukturierung gesprochen.

Irrel. Mit "erfolgreich" bewertete die Geschäftsführerin des Naturparks Südeifel, Daniela Torgau, das zurückliegende Jahr. Als "großen Erfolg" verbuchte sie den "Wanderspaß". Rund 3000 Teilnehmer habe die Gemeinschaftsaktion von SWR, Eifelverein, der Eifel Tourismus GmbH, den Verbandsgemeinden (VG) und dem Nationalpark Südeifel verzeichnet. Ebenfalls von großer Bedeutung sei der Abschluss des 2003 ins Leben gerufenen Gewässerprojekts "Nat'Our" (siehe Hintergrund). Die Vereinsmitglieder erhielten Informationen über die aktuellen Planungen zur Positionierung des Ardennensteigs, eines Premiumwanderwegs von Ouren nach Igel, und den Zwischenstand des Enzauen-Projekts. Ein weiteres Gewässerentwicklungsprojekt in Form des "Flussvertrags Our" sei bereits in Planung.Neuer Rechtsmantel für den Naturpark

Dieses Jahr erwartet den Naturpark Südeifel, der bisher den Status eines eingetragenen Vereins hat, eine wesentliche Veränderung: Landrat Roger Graef, Vorstandsvorsitzender des Vereins, erklärte, dass die rechtliche Konstruktion nicht mehr ausreiche, um weiterhin Fördermittel von der Europäischen Union zu beziehen. "Wir müssen den Naturpark Südeifel in eine neue Rechtsform überführen", forderte Graef. Er schlug daher einen Zusammenschluss der beteiligten Landkreise und VGs zu einem Zweckverband vor. Der bisherige Verein könnte trotzdem weiterhin bestehen. Somit sei eine Beteiligung der übrigen Mitglieder gesichert. Zudem müsse ein Beirat mit Vereinsvertretern vor Beschlussfassungen des Zweckverbands angehört werden.Die Umstrukturierung muss nach der grundsätzlichen Zustimmung in der Mitgliederversammlung nun im Kreistag und den VG-Räten diskutiert werden. Graef strebt einen Beschluss bis Ende des Jahres an.Unabhängig von den strukturellen Umstellungen wurde das Ausbauprogramm für 2008 vorgestellt und verabschiedet. Hans-Bernd Kanzler vom Naturpark Südeifel präsentierte Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von etwa 93 000 Euro, die großteils durch Zuschüsse finanziert werden sollen. Mehr als die Hälfte der Gelder ist für Infrastrukturmaßnahmen, beispielsweise die Anbringung von Schutzgeländern, vorgesehen. Der Rest wird für Landespflege und Öffentlichkeitsarbeit aufgewendet. Hintergrund "Nat'Our" ist ein deutsch-luxemburgisches Gewässerprojekt im Ourtal, das von 2003 bis 2007 durchgeführt wurde und der naturnahen Entwicklung des Grenzflusses sowie seiner Seitenbäche diente. Auf 260 Kilometern Länge wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Ein zentrales Anliegen bildete dabei der Bau von Fisch-Aufstiegen und die Entfernung von Wehren, um somit Fischwanderungen in der Our wieder zu ermöglichen. Außerdem haben die Naturparke Our und Südeifel vier Erlebnisrouten ausgewiesen, die den Wanderern Natur und Geschichte der Region mit Hilfe von Informationstafeln näherbringen.