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Europa zwischen Politik und Alltag

Europa zwischen Politik und Alltag

Rund 40 Schüler des Europäischen Berufsbildungswerks nahmen am Projekttag "Mobil in Europa - ich bin dabei" teil. Im Dialog mit den Referenten erhielten sie Einblicke in Theorie und Praxis der Europäischen Union (EU).

Bitburg. (jk) Michael Billen, Mitglied des Landtags, begann seinen Vortrag mit Erinnerungen an die in seiner Jugend auf Grund der Grenzkontrollen erschwerten Fahrten nach Luxemburg. Doch heute sei die freie Fahrt ins Nachbarland selbstverständlich und Sprachkompetenz im Kontext europaweiter Mobilität zum Grundpfeiler geworden, erklärte der Landtagsabgeordnete. Er riet den Schülern deshalb zu Auslandsaufenthalten, die für ihn in jeder Hinsicht positive Aspekte haben.Auf politischer Ebene stellte Billen zum Thema EU-Beitritt der Türkei schließlich die Frage, inwiefern eine völlig andere Grundkultur auf Dauer Bestandteil Europas werden könne.Im Anschluss an eine lebhafte Diskussion präsentierte Beate Schneider vom Verein "Bürger Europas", dem Organisator des Projekttages, den Schülern interessante Fakten zu verschiedenen Mobilitätsprogrammen in Europa.Die Referentin stellte zudem speziell den Europass, ein Instrument zur Darstellung der eigenen Qualifikation in europaweit verständlicher Form, vor. Auch die für deutsche Bewerber im Ausland oftmals irritierenden Fragen im Laufe eines Vorstellungsgesprächs fanden in diesem Zusammenhang Erwähnung.Selbst in der Pause beschäftigten die Teilnehmer sich bereitwillig mit Europa und der Politik. Während Christian Melzmann (26) sich mit der EU zufrieden zeigte und für einen weiteren Ausbau plädierte, erklärte Marcel Hoffmann, dass er dabei vor allem an die Vorratsdatenspeicherung denke. Zur Politik im Allgemeinen ergänzte der 20-Jährige: "Wir brauchen grundsätzlich mehr direkte Mitbestimmung."Den Abschluss der Veranstaltung bildete unter anderem eine Pro-Contra-Debatte. Politikverdrossenheit und der Einfluss von Diskussionen auf die Meinungsbildung sowie deren Beeinflussung des individuellen Wahlverhaltens spielten hierbei eine wichtige Rolle. HINTERGRUND Die Europäische Union stellt für die Jahre von 2007 bis 2013 fast sieben Milliarden Euro für ihre Mobilitätsprogramme bereit. Unter dem Titel "Programm für lebenslanges Lernen" werden die Einzelprogramme Comenius (Schulen), Erasmus (Hochschulbildung) und Leonardo da Vinci (berufliche Aus- und Weiterbildung) sowie Grundtvig (Erwachsenenbildung) zusammengefasst. Umfangreiche Informationen zu den Beteiligungsmöglichkeiten und bisherigen Ergebnissen finden sich im Internet unter www.ec.europa.eu/education/programmes/llp/index_de.html.