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Europäische Vereinigung Bildender Künstler eröffnet Prümer Ausstellung

EVBK eröffnet Ausstellung in Prüm : Jedes Kunstwerk hat seinen perfekten Platz

Die Europäische Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen eröffnet heute ihre 62. Jahresausstellung in Prüm.

Konzentriert schauen Artur Bozem, Karl-Heinz Hennerici und Tom Krey den Säulenflur des Regino-Gymnasiums an. Zusammen kümmern sie sich seit Montag um das Aufhängen und Aufstellen der 133 Kunstwerke, die ab heute, 15 Uhr, im Regino-Gymnasium bei der 62. Jahresausstellung der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen (EVBK) gezeigt werden. Überall in dem ehemaligen Abteigebäude lehnen Bilder an den Wänden. In vielen Fluren stehen noch unausgepackte Kartons herum.

Bozem blickt auf eine Art Triptychon. Er schaut auf die drei Tafeln, die jeweils eine schleichende Katze zeigen. „Das Motiv ist schon sehr dominant. Sowas kann man nicht einfach überall aufhängen“, sagt Bozem. Krey ergänzt: „Manch kleineres Werk könnte sehr schnell komplett überstrahlt werden von der Wucht und Größe der Katzen. Hier ist das wirklich schon am besten aufgehoben. Nichts wird gestört, die Werke harmonieren miteinander.“ Das „Hängeteam“ hat entschieden – die Katzen bleiben im Säulenflur. So wird es gemacht.

Viel Zeit haben die drei Männer nicht für ihre Entscheidungen und den Aufbau. Dienstags werden die meisten der Werke geliefert. Dann muss alles fix gehen. Mittwochs folgen nämlich gleich noch einige Skulpturen, unter anderem die Arbeiten des aktuellen Kaiser-Lothar-Preisträgers Martin Schöneich.

Im Festsaal stellt der Bildhauer eine Auswahl seiner Arbeiten aus. Während hier der Gestaltungsspielraum des Hängeteams noch relativ klein ist, müssen die Herren bei allen anderen Kunstwerken entscheiden, wo sie hinkommen, wie sie hängen und vor allem mit welchen anderen Arbeiten sie korrespondieren.

„Die Arbeit mit den Katzen ist ein gutes Beispiel“ , sagt Bozem. „Dany Prüms Arbeit ist nicht nur groß, sie ist auch, obwohl farblich noch recht zurückhaltend, sehr dominant. Das Bild kann nicht einfach neben jedes andere Werk gehängt werden – viele Arbeiten würden von seiner Wucht einfach überrannt.“

So gehe es mit vielen Arbeiten. Für jedes Bild, Foto oder Plastik muss nicht nur der richtige Platz gefunden werden, sondern auch der passende Nachbar. „Das Aufhängen oder -stellen selber, ist dann eher das kleinere Problem“, sagt Hennerici.

Sind die Künstler denn meist zufrieden mit den Entscheidungen des Teams? Bozem lacht und sagt: „Das ist sehr unterschiedlich. Einige sind überglücklich, andere eher unzufrieden – aber fast alle erfahren ja erst beim Besuch der Vernissage, wo ihre Sachen hängen, und dann ist es zu spät fürs Umbauen.“ Wirklich vehementer Protest sei aber schon eine Ausnahme.

„Ich mache das ja nun auch schon seit 40 Jahren. Da sammelt man einige Erfahrungen und bekommt ein gutes Auge dafür, was funktioniert und was eher nicht klappt“, sagt Bozem. Übrigens habe man in diesem Jahr die Ausstellung schon ein bisschen kontrovers gehängt, sagt Krey. „Verschiedene Farben wurden gegeneinander gehängt, um ein bisschen mehr Spannung im Raum zu erzeugen: Blau trifft auf Gelb, Rot auf Grün.“

„Ich habe ja schon viele Ausstellungen erlebt, die manchmal eher zurückhaltend wirkten – allein schon wegen der Auswahl der Arbeiten. Die liegt aber in den Händen der Jury – sie entscheidet, was in die Ausstellung kommt“, sagt Hennerici.

Hinsichtlich der Auswahl könne man aber gerade nur zufrieden sein, betont Bozem. „Die Jury hat ganze Arbeit geleistet und eine schöne und spannende Auswahl getroffen.“

Übrigens wird sich der Kaiser-Lothar-Preisträger Martin Schöneich ganz im Festsaal entfalten können. In diesem Jahr wird nämlich auf die Vergabe eines Förderpreises verzichtet. „Es gab lediglich einen Künstler unter 35 Jahren, der Arbeiten zur Jahresausstellung einreichte“, erklärt der neue EVBK-Präsident Gerald Kessler. Er wird gemeinsam mit seiner Vorgängerin Marie-Luise Niewodniczanska die Schau eröffnen. Die Laudatio auf den Preisträger hält Thomas Rath.

Auf einen Gast wird man zum kleinen Vernissage-Festakt aber verzichten müssen. Anstelle des neuen Prümer Stadtbürgermeisters Johannes Reuschen wird Christine Kausen als Beigeordnete die Stadt vertreten.

Reuschen hat als Trauzeuge einen Termin und eine Verpflichtung, die weit vor seiner Wahl festgelegt wurden.

Die 62. Jahresausstellung der EVBK wird am heutigen Samstag, 6. Juli,  um 15 Uhr eröffnet. Info: www.evbk.de