Existenzielle Fragen

71 Frauen haben im vergangenen Jahr eine Schwangerschaftskonfliktberatung bei Donum Vitae in Bitburg und Prüm aufgesucht. Im TV berichten die beiden Sozialarbeiterinnen Margit Kröner und Christiane Fischer über ihre Beratungsgespräche.

Bitburg/Prüm. Jährlich entscheiden sich in Deutschland etwa 120 000 schwangere Frauen für einen frühzeitigen Abbruch ihrer Schwangerschaft. Die Gründe, warum Frauen diese Entscheidung treffen, sind sehr vielschichtig und reichen von Partnerschaftsproblemen, physischer und psychischer Überforderung über Arbeitslosigkeit bis hin zu finanziellen und familiären Problemen.Um den betroffenen Frauen Perspektiven aufzuzeigen, gibt es Beratungsstellen wie beispielsweise Donum Vitae (übersetzt: "Geschenk des Lebens"), eine unabhängige und überkonventionelle Beratungsstelle. Im vergangenen Jahr haben 71 Frauen eine Konfliktberatung bei Donum Vitae in Bitburg und Prüm in Anspruch genommen. "In der Regel sind es Frauen, die am Beginn einer Schwangerschaft stehen. Die meisten Frauen sind in der fünften bis achten Woche, wenn sie zu uns in die Beratung kommen", sagt Margit Kröner, die seit 2001 bei Donum Vitae in Bitburg arbeitet. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Christiane Fischer steht sie zu Beratungsgesprächen in Bitburg und Prüm bereit.In 47 der 71 Fälle des vergangenen Jahres kamen die Frauen alleine zur Beratung. Für einen Großteil der Klientinnen ist die ungesicherte Versorgung des Kindes ein Problem. Ebenso haben viele alleinstehende Frauen Angst vor finanziellen Schwierigkeiten oder dem Verlust des Arbeitsplatzes.Bei diesen Ängsten setzt die Konfliktberatung von Donum Vitae ein. "Das eigentliche Gespräch bei uns dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten", erklärt Margit Kröner. Darin wird besprochen, wie die Betreuung des Kindes aussehen könnte. Dabei zeigen die Sozialarbeiterinnen den Klientinnen Möglichkeiten auf und erläutern, mit welcher Hilfe und finanziellen Unterstützung sie rechnen können. Dabei erleben die Mitarbeiterinnen immer wieder Fälle, in denen Frauen erleichtert reagieren, wenn sie sehen, auf welche Unterstützung sie zurückgreifen können. Wenn sich Frauen dennoch für eine Abtreibung entscheiden, stehen Kröner und ihre Kollegin bei möglichen Fragen Rede und Antwort. Auch dürfen sie nach einer Beratung den zur Abtreibung erforderlichen Beratungsnachweis ausstellen. Ob sich die Frauen für oder gegen das Kind entschieden haben, erfahren die Sozialarbeiterinnen nur selten.