Expertenmeinung zum Flugplatz Bitburg

In den Ohren von Manfred Stephan, dem langjährigen Marketingleiter des Flugplatzes Saarbrücken, klingt das Bitburger Projekt gut. Nur die Ausrichtung des Passagierflugs Richtung Osten hält er für unrealistisch.

Wird gerne gefragt, wenn es um Flugplätze geht: Manfred Stephan. Foto: privat

Bitburg/Saarbrücken. Manfred Stephan findet das Bitburger Flugplatzprojekt interessant. So interessant sogar, dass er sich vorstellen könnte, daran mitzuwirken. Zehn Jahre lang war der Diplom-Betriebswirt Marketingleiter des Flugplatzes Saarbrücken. Nun sucht er eine neue Aufgabe und sagt: "Das klingt doch gut!"

Doch der Reihe nach: Werftflughafen, Frachtflughafen, Passagierflughafen - all das soll der Bit-Airport sein. Was hält der Fachmann davon?

Eine Werft, wie sie in Bitburg geplant ist, gehöre zur Grundausstattung eines Flugplatzes, sagt Stephan. Denn Flugzeuge müssten ja vor Ort repariert werden können.

"Und Cargo bringt Geld." Wenn man das irgendwie machen könne, solle man das unbedingt tun, sagt Stephan. Die Bedingungen hierfür sind in Bitburg seiner Ansicht nach gut - deutlich besser jedenfalls als in Zweibrücken, wo es keine Bahnanbindung gibt. Bitburg hat eine - zumindest theoretisch - und liegt zudem nahe an einer Autobahn. Der Nachteil daran: "Frachtbetrieb ist ein Betrieb, der nachts läuft."

Und der Passagierflug? Auch wenn er das für Bitburg generell sinnvoll findet, begegnet Stephan dem Geplanten mit Skepsis. "Wenn man einen Terminal für 2,5 Millionen Passagiere baut, dann müssen die von überall herkommen und überall hinfliegen." Also nicht nur nach Osteuropa, sondern auch nach Mallorca, Paris, Rom & Co. Man müsse in die Breite gehen. Er vermutet, dass das Ganze zunächst so präsentiert wird, damit der geplante Flugplatz Bitburg nicht als ganz so starke Konkurrenz zu Hahn, Luxemburg oder Saarbrücken gesehen wird. So oder so müsse der Standort erst einmal bekannt werden.