1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Fahrplanänderung bei Eifeler Umzügen

Fahrplanänderung bei Eifeler Umzügen

Eifeler Jecken müssen sich in dieser Session an Veränderungen gewöhnen: Den Körpericher Nachtumzug gibt es 2012 zum letzten Mal. Und der Mettendorfer Umzug soll deutlich kleiner ausfallen als bisher - aus Sicherheitsgründen.

Körperich/Mettendorf. Sie waren zu groß, sie waren zu breit: Die bunt geschmückten Karnevalswagen, die im vergangenen Jahr noch beim Umzug durch Mettendorf rollten, werden in diesem Jahr deutlich kleiner ausfallen. Außerdem sollen es weniger werden. Grund für diese Veränderungen sind neue Rahmenbedingungen, die sich der Mettendorfer Karnevalsverein Ees Kanna selbst auferlegt hat. "Unsere Umzüge aus den vergangenen Jahren entsprechen einfach nicht mehr den Richtlinien der Straßenverkehrsordnung", erklärt Uwe Rossler, Vorsitzender des Vereins.
Darum sieht sich der Verein gezwungen, strengere Regeln aufzustellen: Damit der Umzug übersichtlicher und familienfreundlicher wird, soll es höchstens noch 33 Gruppen geben. Im vergangenen Jahr waren es noch mehr als 80. Die Wagenhöhe wird auf 2,20 Meter beschränkt. Als Fahrzeuge dürfen nur noch Schlepper mit maximal 150 PS eingesetzt werden. Außerdem müssen alle Gruppen genug eigene Sicherheitsbegleiter während des Umzugs dabei haben. Die sollen darauf achten, dass niemand unter die Räder kommt. Die Rückmeldungen, die er auf diese neuen Regeln bekommen hat, seien sehr unterschiedlich ausgefallen, sagt Uwe Rossler: "Einige Gruppen zeigen Verständnis. Andere sind verärgert darüber, dass sie nicht dabei sein können." Doch der Verein habe keine andere Möglichkeit, entsprechend den Richtlinien zu veranstalten.
Auch abseits des Umzugs gibt es in Mettendorf einige Änderungen: Der Karnevalsverein hat sich dafür entschieden, kein Festzelt mehr aufzustellen. Möglichkeiten zum Feiern nach dem Umzug gibt es auf dem Dorfplatz bei Musik und reichlich Getränke- und Essensständen.
"Da wird aber nach Einbruch der Dunkelheit Schluss sein", schätzt Rossler. Außerdem soll in Mettendorf kein hochprozentiger Alkohol mehr ausgeschenkt werden.
Ein kleinerer Zug zieht voraussichtlich auch weniger Besucher in das Dorf: Die Polizei schätzt, dass im vergangenen Jahr etwa 10 000 Menschen zum Feiern nach Mettendorf gekommen sind. Rossler hingegen hält 8500 bis 9000 für realistisch. "Das waren für uns nicht zu viele. Wir hatten das ganz gut im Griff", betont er. Dennoch werde es immer schwieriger, genügend freiwillige Helfer aufzutreiben. Insofern seien ihm weniger Besucher ganz recht. Rossler: "Im vergangenen Jahr hatten wir 120 Leute im Einsatz." In diesem Jahr besteht das Organisations-Team aus zwölf Mann, das sind vier mehr als im vergangenen Jahr.
Mehr Zäune, mehr Toiletten


Große Veränderungen gibt es auch beim Körpericher Karneval: Den Nachtumzug, der in den vergangenen Jahren ebenfalls großen Anklang gefunden hat, wird der Karnevalsverein Gronner Gecken in diesem Jahr zum letzten Mal organisieren. "Das war ein paar Hausnummern zu groß", sagt Winfried Horn, Körperichs Ortsbürgermeister. Es habe im Dorf Ärger gegeben, weil Zugbesucher Vorgärten als Toilette missbraucht hätten. Das Thema wurde sogar im Körpericher Ortsgemeinderat diskutiert, auch gemeinsam mit dem Karnevalsverein. "Wir werden in diesem Jahr noch mehr Sicherheitspersonal da haben, noch mehr Zäune aufstellen und auch mehr mobile Toiletten", sagt der Vereinsvorsitzende Alwin Hontheim. Bei der Feier in der Gaytalhalle, die nach dem Zug startet, lege der Verein Wert auf eine strenge Einlasskontrolle.
Hontheim freut sich jetzt schon auf den Zug im kommenden Jahr, der dann an einem Samstag stattfinden soll - und zwar tagsüber. Und sein Amtskollege Rossler erhofft sich von den Veränderungen einen Neuanfang für den Mettendorfer Karneval, der im Ort eine breite Akzeptanz findet.Extra

Anmeldung für den Karnevalszug in Mettendorf: Für einige Fußgruppen werden beim Mettendorfer Karnevalszug noch Anmeldungen entgegengenommen. Das hat Uwe Rossler, Vorsitzender des Karnevalsvereins Ees Kanna Mettendorf, bestätigt. Zuständig für die Anmeldungen ist Reinhold Ballmann, Telefon 06522/933245. Anmeldeschluss ist am 31. Januar. "Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge angenommen, wie sie eingehen", sagt Uwe Rossler. slg