Fahrräder für sozialschwache Menschen

Ehrenamt : Fahrradwerkstatt Grenzenlos sucht Radspenden

Die Fahrradwerkstatt Grenzenlos des Alibi-Eifelservice ist dringend auf Radspenden angewiesen. Die Räder werden an sozialschwache Menschen verteilt.

In dem kleinen Gartenhäuschen stehen ein paar reparierte Fahrräder, ein Regal mit Schläuchen und sonstigen Ersatzteilen sowie ein Sparschein. „Wer Geld hat, darf gerne etwas in das Schwein werfen, aber das ist freiwillig“, sagt Dorothea Klaes. Die Sozialpädagogin des gemeinnützigen Vereins Alibi-Eifelservice betreut die Fahrradwerkstatt der Einrichtung. Sie ist gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Anker zuständig für den formellen Bereich, kümmert sich beispielsweise um die Ausgabe der Abholscheine. Der Mann fürs Praktische ist Abu Zeidan. Der Syrer lebt seit etwas mehr als drei Jahren in Deutschland und leitet die Fahrradwerkstatt, die ihren Sitz auf dem Gelände der Alten Kaserne hat.

Zu Zeidan kommen Menschen, die Fahrräder spenden, und solche, die ein Fahrrad benötigen. Es gibt Zeiten, in denen dieses Verhältnis recht ausgeglichen ist. Seit einigen Monaten aber ist das nicht mehr der Fall. „Wir benötigen dringend Fahrräder“, sagt Klaes. Zwar stehen in dem kleinen Gartenhäuschen, das als Werkstatt dient, noch ein paar Räder. Doch wie die Sozialpädagogin erklärt, würden diese Räder gewissermaßen „angespart“, da das DRK im Herbst einen Fahrradkurs für Frauen anbiete.

Rund 130 gespendete Räder wurden laut Klaes in diesem Jahr bereits verteilt. In den meisten Fällen waren es Kinderräder, und verteilt wurden diese wie auch die übrigen Räder überwiegend an Syrer, aber auch an Menschen aus Afghanistan, Parkistan und Ägypten oder aber auch Deutschland und Luxemburg.

„Es handelt sich fast ausschließlich um Menschen, die SGB II beziehen“, sagt die Alibi-Mitarbeiterin. Darunter seien viel Flüchtlinge, aber auch sonstige sozialschwache Familien. Um ein Fahrrad zu bekommen, benötigen diese Menschen zunächst einen Bewilligungsschein, für den dann Klaes zuständig ist.

Wie die Sozialpädagogin erklärt, biete die Fahrradwerkstatt für ihre Kundschaft auch Reparaturen an. „Wir legen aber viel Wert darauf, dass wir keine Konkurrenz zu den Fahrradhändlern in Bitburg schaffen“, betont sie. Im Gegenteil: Das Material werde über die örtlichen Händler bezogen und über Spenden finanziert. „So profitieren dann letztlich alle davon.“

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