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Fairtrade-Stadt Bitburg: Das Siegel allein ist nicht genug

Fairtrade-Stadt Bitburg: Das Siegel allein ist nicht genug

Seit gut einem Jahr ist Bitburg eine sogenannte Fairtrade-Stadt. Um dieses Siegel zu erhalten, wurde bereits einiges an Vorarbeit geleistet. Um dem Anspruch weiterhin gerecht zu werden, will die Bitburger Fairtrade-Steuerungsgruppe gerne noch mehr machen.

Bitburg-Mötsch. Auf dem Tisch stehen der Sprudel eines Herstellers aus der Eifel und daneben Orangen- und Multivitaminsaft aus fairem Handel. Saft und Sprudel lassen sich gut mischen. Regionalität und Fairer Handel auch. Denn wenn ein Produkt vor Ort produziert wird und somit zum Verbraucher nur einen kurzen Weg zurücklegt, so ist das gut für die Ökobilanz. Und ein Produkt, das aus fairem Handel stammt, hilft den Menschen in den armen Herkunftsländern. In beiden Fällen unterstützt der Käufer also eine gute Idee.
Gute Ideen sind immer willkommen. Auch beim Fairtrade-Forum in Mötsch. Im Oktober 2014 ist Bitburg als Fairtrade-Town anerkannt worden. Nun sitzen Vertreter der Fairtrade-Steuerungsgruppe im Mötscher Gemeindehaus zusammen, um Ideen für weitere Projekte oder Absatzmöglichkeiten für fair gehandelte Produkte zu sammeln. Mit dabei ist Toni Loosen-Bach von der Stadtverwaltung Trier, Mitglied der dortigen Fairtrade-Steuerungsgruppe. Trier war 2010 die erste Fairtrade-Stadt in Rheinland-Pfalz. Wie Loosen-Bach erklärt, gebe es landesweit viele gute Projekte, von denen sich einige sicher auch in Bitburg umsetzen ließen. Als Beispiel nennt er das jährliche Weltbürgerfrühstück, an dem viele Initiativen und Organisationen teilnähmen. Dieses Fest helfe dabei, die Bürger für das Thema Fairer Handel weiter zu sensibilisieren.
Dass noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten ist, weiß Johannes Roß-Klein nur zu gut. Als Lehrer habe er zehn Jahre lang versucht, sein Kollegium davon zu überzeugen, im Lehrerzimmer auf Fairtrade-Kaffee umzusteigen, sagt er. "Doch irgendwann habe ich es aufgegeben", sagt er. Obwohl der Preisunterschied pro Tasse nur ein paar Cent ausmache, sei es oft schwer, Menschen dafür zu gewinnen.
Werner Becker, Ortsvorsteher in Erdorf, will es dennoch versuchen. In Erdorf seien die Gründung eines Bürgervereins sowie eines Bürgercafés geplant. Becker kann sich gut vorstellen, in dem Café fair gehandelte Produkte anzubieten. uhe