"Falsches Signal zur falschen Zeit"

"Falsches Signal zur falschen Zeit"

BITBURG/TRIER. (mr) Die Handwerkskammer (HWK) Trier hat sich in die Diskussion um den Weiterbestand der Flugplatz Bitburg GmbH eingeschaltet. HWK-Präsident Rudi Müller verlangt von der SPD, ihre Ausstiegs-Position zu überdenken.

"Der Flugplatz Bitburg ist eines der wichtigsten verkehrs- und strukturpolitischen Vorhaben in der Region Trier." Als Reaktion auf den von der SPD geforderten GmbH-Ausstieg durch die Kreistage (der TV berichtete) stemmt sich nun HWK-Präsident Rudi Müller mit Nachdruck gegen die Haltung der Genossen. Die Entwicklung des Projekts sei in den vergangenen Jahren nur dadurch gebremst worden, dass größere Maschinen in Bitburg nicht hätten starten und landen dürfen. Die dazu erforderliche Instrumentenfluggenehmigung sei "nach langjährigen Bemühungen aber jetzt in Sicht". Müller: "Noch in diesem Jahr kann mit der Erteilung gerechnet werden. Dass gerade jetzt, wo man so kurz vor dem Ziel ist, die SPD den Ausstieg aus der Flugplatz Bitburg GmbH fordert, ist das falsche Signal zur falschen Zeit." Laut HWK-Chef Müller hätten die politischen Akteure der Region jahrelang gemeinsam die Entwicklung des Flugplatzes Bitburg voran getrieben. "Und das aus gutem Grund" , betont Rudi Müller und ergänzt, dass der Flugplatz Bitburg für die Wirtschaft sowie für die Menschen in der Eifel und darüber hinaus eine riesige Chance biete. Nach den Worten von Rudi Müller geht es dabei unter anderem um die Möglichkeit, Bitburg durch eine intelligente Arbeitsteilung mit dem Flugplatz Luxemburg zu einem Frachtzentrum auszubauen, das auf die gesamte Region wirtschaftlich ausstrahlen könne. Deshalb solle zunächst einmal abgewartet werden, ob die Instrumentenfluggenehmigung in absehbarer Zeit komme. Müller: "Sollte dies nicht der Fall sein, würde sowieso eine Auflösung der Flugplatz Bitburg GmbH erfolgen." Fahrlässig wäre es hingegen, schon jetzt die Chancen eines Flugplatzes Bitburg ohne Not ungenutzt zu lassen. Auch den Flughäfen Hahn und Zweibrücken sei der Erfolg nicht in die Wiege gelegt worden. "Die SPD sollte deshalb ihre Position überdenken und die Geschlossenheit der Region in einer so wichtigen Frage nicht aufgeben", fordert der HWK-Präsident. Wie der stellvertretende Leiter des Referats Wirtschaftsförderung bei der HWK Trier, Matthias Schwalbach, mitteilte, ist davon auszugehen, dass die HWK im GmbH-Boot bleibt, falls es zur Fluggenehmigung kommt. Gleichzeitig zeigte er sich hinsichtlich der finanziellen Unterstützung durch das Land optimistisch. Bei Schlüsselprojekten in Verkehrsangelegenheiten sei das Land durchaus offen, sagte er und wies auf die Unterstützung des Flughafens Hahn hin.

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