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Familie aus Biersdorf am See hat eine Wiese zum Insektenparadies verwandelt

Artenvielfalt : Von der Wiese zum Naturparadies

Familie Thiel aus Biersdorf am See hat ein Wiesengrundstück in einen vielfältigen Ort für Blumen und Insekten verwandelt. Dafür brauchte es wenig Geld, viel Einsatz und Wissen von früher.

Für alle Sinne hat der Garten von Familie Thiel etwas zu bieten. Da sind zum einen die kräftigen Farben der blauen Korn- oder der roten Mohnblumen, die weißen Margeriten und die gelben Ringelblumen. Und  zum anderen ist das der Duft der verschiedenen Kräuter, des Salbeis, Lavendels und Thymians. Dazu kommt das beruhigende Summen der Bienen. Geschmacklich ist ebenfalls einiges zu entdecken. Him- und Brombeeren, Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Mirabellen haben hier einen sonnigen Platz zum Wachsen gefunden und werden zu Marmeladen und Saft verarbeitet oder eingekocht. Dabei probiert Irene Thiel auch gerne Neues aus; so gab es in diesem Jahr Kirschmarmelade mit Schokolade.

In einem Insektenhotel, das an einem Dachüberstand eines Gartenhäuschens untergebracht ist, können Schmetterlinge, Wegwespen, Bienen und andere Insekten ein Zuhause finden. Für Vögel gibt es mehrere Nistkästen, die Klaus Thiel gebaut hat. Er sagt: „Das wird sehr gut angenommen. Hier sind immer verschiedene Tiere zu Gast.“ Kleine Wasserstellen sorgen dafür, dass genügend zum Trinken da ist. Ein kleiner Gemüsegarten rundet das Ganze ab.

Vor acht Jahren, als Irene und Klaus Thiel das Haus samt Grundstück gekauft haben, hat es hier noch anders ausgesehen. Eine einfache Wiese war neben dem Gebäude, auf der Gras wuchs –  und sonst nichts. Irene Thiel berichtet: „Wir hatten schon vorher einen Garten, aber jetzt wollten wir gezielt auch etwas für die Bienen und Insekten tun.“

 Die farbenprächtige Blumenwiese der Familie Thiel bietet Insekten und Bienen Nahrung.
Die farbenprächtige Blumenwiese der Familie Thiel bietet Insekten und Bienen Nahrung. Foto: Christina Bents
 Ein Insektenhotel hat unter einem Dachüberstand seinen Platz gefunden. Es bietet Wohnraum für Hummeln, Florfliegen, Marienkäfer und Co.
Ein Insektenhotel hat unter einem Dachüberstand seinen Platz gefunden. Es bietet Wohnraum für Hummeln, Florfliegen, Marienkäfer und Co. Foto: Christina Bents
 Ein Falter lässt es sich auf einem Schmetterlingsflieder gutgehen.
Ein Falter lässt es sich auf einem Schmetterlingsflieder gutgehen. Foto: Christina Bents

Also haben sie zwölf Obstbäume gesetzt, die Wiese umgegraben und Blumenwiesen-Samen ausgebracht. In den ersten Jahren wurden die Bäume einmal pro Jahr geschnitten, jetzt ist Klaus Thiel zum Zweijahresrhythmus übergegangen. Unter den Bäumen mäht er mit der Sense und lässt den Schnitt etwa acht bis zehn Tage liegen, damit die Blumensamen auf die Erde fallen und die Blumen im nächsten Jahr wiederkommen. „Die Kornblumen kommen sehr gut jedes Jahr wieder“, stellt Irene Thiel fest. Die heruntergefallenen Samen reichen aber nicht aus, um die Wiese reichhaltig zum Blühen zu bringen, deshalb bringen die Thiels zusätzlichen Blumensamen aus. Das Mähen mit der Sense ist für Klaus Thiel kein Problem, das macht ihm Spaß. Freude macht es den beiden auch, wenn Spaziergänger an ihrem Garten stehenbleiben, staunen, sich daran erfreuen oder ihren Kindern und Enkeln davon erklären. Klaus Thiel erzählt: „Vor kurzem ist ein älterer Herr hier vorbeispaziert mit seinem Enkel. Er wusste genau über die verschiedenen Schmetterlingsarten und Wiesenblumen Bescheid. Da habe ich gestaunt.“ Seine Frau ergänzt: „Es gibt auch schon einige Leute, die bei uns nachgefragt haben, wie wir den Garten angelegt haben und es nun selbst versuchen wollen.“