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FC Kirchweiler ist Eifelsieger mit seiner Vision 2025

Vereinswettbewerb „Sterne des Sports“ : Definitiv zur Nachahmung empfohlen

Der FC Kirchweiler ist der Regionalsieger beim Vereinswettbewerb „Sterne des Sports“ mit seiner „Vision 2025“. Die Eifeler Genossenschaftsbanken als Veranstalter schütten 4750 Euro Preisgelder an die 16 Teilnehmer aus. 

Wie mache ich meinen Verein fit für die Zukunft? Wie trotze ich dem demografischen Wandel? Wie kümmere ich mich nicht nur um die Entwicklung des Vereins, sondern nehme das ganze Dorf mit? Diese Fragen stellen sich gerade im ländlichen Raum viele Vereine. Der SV Kirchweiler aus dem Kreis Vulkaneifel hat für sich viele passende Antworten gefunden. Als eine von 100 bundesweiten Initiativen wird der Verein von der Bundeszentrale für politische Bildung zwei Jahre lang im Projekt „Miteinander reden - Gespräche gestalten gemeinsam handeln“ gefördert.

Das Projekt ist eine Erfolgsgeschichte, denn es geht um Zukunftskonferenzen. Im Oktober 2019 trafen sich über 50 der insgesamt 200 Vereinsmitglieder auf Einladung des neugewählten, verjüngten Vorstands, um an der „Vision 2025“ zu arbeiten - denn zum 100-jährigen Jubiläum will der Verein, der aktuell gerade noch sieben Jugendfußballer stellt, fit für die Zukunft sein.

Bei der ersten Zukunftskonferenz wurden sechs Schwerpunkte festgeschrieben und auf Arbeitsgruppen verteilt: der bereits realisierte Vereinsfrühschoppen, die Umgestaltung des Vereinsheims, eine Gemeinschaftsveranstaltung Fußball/Tennis, eine Vereinsfahrt, die Bedarfsermittlung für weitere Sportarten und Social Media. Wegen Corona musste die zweite Konferenz auf Ende des Jahres verschoben werden. Vieles wurde schon auf die Wege gebracht, auch unter Einbeziehung der Dorfgemeinschaft und der Nachbardörfer.

Mit diesem Projekt bewarb sich der FC Kirchweiler auch für den Regionalentscheid des Vereinswettbewerbs „Sterne des Sports“, organisiert von den Eifeler Genossenschaftsbanken und den beiden Sportkreisen – und war am Dienstagabend völlig überrascht, dass man den ersten Platz, einen bronzenen Stern als Trophäe und ein Preisgeld von 1500 Euro einstrich.

„Damit hätten wir niemals gerechnet, denn ganz am Anfang war das eine Idee aus einer Bierlaune heraus“, sagte Vorstandsmitglied Daniel Weber nach der Siegerehrung im Schloss Weilerbach in Bollendorf. „Wir haben bei uns eine richtige Begeisterung für den Verein entfacht, das ganze Dorf zieht mit“, sagte Weber. „Dieses Projekt ist definitiv für alle anderen Vereine zur Nachahmung empfohlen“, hieß es in der Würdigung der Juroren.

Diese Jury - unter anderem mit den bekannten Eifel-Sportlern Marina Mohnen, Werner Ludgen und Hans-Theo Nieder sowie den beiden Sportkreisvorsitzenden Peter Michaeli und Michael Bitdinger – musste aber lange diskutieren, bis der Sieger feststand, denn der Zweitplatzierte, die FZM Philippsweiler, lag bei den Bewertungen fast gleichauf. Die Tischtennisabteilung war im vergangenen Jahr auf Tour gegangen mit ihrem Projekt „Tischtennisbus“, hatte viele Nachbarorte „abgeklappert“, um gerade bei Kindern und Jugendlichen Werbung für Tischtennis und die Abteilung zu machen, bezog aber auch benachbarte Vereine mit ein. Für diese Idee gab es 1000 Euro Preisgeld.

Auf Rang drei (Preisgeld 500 Euro) landete der SV Kyllburg, der ein Jahr vor seinem 100-jährigen Bestehen mit seinem breit angelegten Konzept mit vielen Sportarten für alle Generation sowie Inklusion und Integration punktete. Die Vereine aus Kirchweiler, Philippsweiler und Kyllburg haben sich für den Landeswettbewerb qualifiziert - wegen Corona fällt die traditionelle Siegerehrung in der Mainzer Staatskanzlei dieses Jahr zwar aus, Sieger und Platzierte werden dennoch gekürt.

Insgesamt gingen trotz der Corona-Pandemie so viele Bewerbungen aus den beiden Eifel-Sportkreisen wie noch nie ein – insgesamt 16, an die insgesamt 4750 Euro Preisgelder flossen (siehe Extra). Für Andreas Theis, den Vorstand der Volksbank Eifel, dürfen es in Zukunft ruhig noch mehr sein, angesichts von insgesamt über 320 Vereinen in beiden Kreisen. Insgesamt lobte Theis aber alle Vereine für ihr Engagement, speziell für Kinder und Jugendliche – und die vielen tollen Ideen, mit denen sich die 16 Vereine beworben hatten.

Auch die Ehrengäste, Monika Sauer (Präsidentin des Sportbunds Rheinland) und Michael Billen als Vertreter des Landrats Joachim Streit, verteilten viel Lob an die Vereine, aber auch die Banken  – Volksbank Eifel sowie die Raiffeisenbank Irrel und Westeifel –, die den Wettbewerb seit 2004 auf lokaler Ebene ausrichten. „Das sind jetzt 16 Jahre, da kommen ja hoffentlich noch zwei Mal 16 Jahre dazu“, sagte Billen. Sauer ging auf die Problem der Vereine während der Pandemie ein - und hofft, dass bald das gesamte Sportangebot wieder möglich ist.