Feierlaune im großen Sandkasten

Feierlaune im großen Sandkasten

Straßen, Kanäle, Gewerbe- und andere Bauten, Transporte und Betonfertigung: Die Firma Backes bietet so ziemlich alles, was man sich unter "Bauen" vorstellen kann. Ab sofort macht sie das komplett von Stadtkyll aus.

Sand, Kies, Asphalt, Beton und andere Baustoffe: Bei Backes in Stadtkyll wird alles verarbeitet. TV-Foto: Fritz-Peter Linden.

Stadtkyll. Achtung, Kinder: Förmchen mitbringen! Den "größten Sandkasten von Stadtkyll" will die Firma Backes zur mehrtägigen Umzugsfeier aufbauen, damit auch die kleinen Gäste kräftig buddeln und baggern können. Am Sonntag, 7. August, sind alle Bürger von 10 Uhr an eingeladen.
Dabei hat das Familienunternehmen sowieso schon den größten Sandkasten in der Umgebung - und daneben auch den größten Kieskasten, Asphaltkasten und Betonkasten: Das gesamte Gewerbegebiet oberhalb von Stadtkyll gehört mittlerweile der Firma, die 1946 von Clemens Backes in Auw gegründet wurde und heute von seinen Söhnen Peter, Erich und deren Kindern geleitet wird.
Seit kurzem ist die schon lange vorbereitete vollständige Umsiedlung von Auw nach Stadtkyll vollzogen, die Firma errichtete dazu unter anderem ein neues Bürogebäude, um alle rund 25 Mitarbeiter der Verwaltung dort unterzubringen (der TV berichtete).
Hochbetrieb herrscht dort aber schon länger: Jedes Jahr, so schätzt Horst Backes aus der dritten Unternehmer-Generation, "werden in Stadtkyll bestimmt 250 000 bis 300 000 Tonnen rein- und rausgefahren": Neben Beton und anderen Baustoffen zählt dazu auch Granulat, das aus alten Straßenbelägen gefräst, aufbereitet und neuem Asphalt beigemischt wird.
Der Jahresumsatz des Bau- und Transportbetriebs mit mehr als 300 Mitarbeitern liegt bei etwa 35 Millionen Euro, der Einzugsbereich ist ebenfalls groß: "Wir haben Kundschaft und Baustellen in Aachen, Köln, Bonn, Trier und im ganzen Gebiet, das zwischen diesen Städten liegt", sagt Horst Backes.
Gerade die schnelle Anbindung nach Nordrhein-Westfalen sei von großer Bedeutung - ein Grund für den Umzug nach Stadtkyll.
In der Verbandsgemeinde Obere Kyll und im Dorf ist man jedenfalls froh über die Ansiedlung, nicht nur wegen der zu erwartenden Gewerbesteuer-Mehreinnahmen: "Es macht einfach Spaß, mit denen zu arbeiten", sagt Ortsbürgermeister Harald Schmitz. Die Firma habe stets ein offenes Ohr für die Belange der Gemeinde.
Die Feiern zum Umzug beginnen bereits am Mittwoch, 3. August, dann sind alle Behördenvertreter und Geschäftspartner eingeladen. Am Freitag, 5. August, feiert das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern, darunter derzeit 30 Lehrlinge in unterschiedlichen Berufen vom Bauzeichner bis zum Bürokaufmann, vom Maurer bis zum Straßenbauer. Am Sonntag, 7. August, sind alle Bürger eingeladen: Dann kann man sich über die Ausbildungsberufe informieren, außerdem wird ein großes Unterhaltungsprogramm für alle Besucher geboten - inklusive Baggerfahren für Groß und Klein und vielen Demonstrationen, darunter eine lasergesteuerte Raupe. Um 16 Uhr musizieren die Dompiraten im Festzelt.Vor 65 Jahren gründete Clemens Backes in Auw bei Prüm ein Transportunternehmen, das sich bald zur Baufirma weiterentwickelte. In den 1970er Jahren stiegen seine Söhne Peter und Erich ins Unternehmen ein. Die Firma wuchs stetig weiter, zog 2003 mit ihrer Baustoffabteilung ins Gewerbegebiet bei Stadtkyll und errichtete dort ein Asphaltmischwerk. 2007 gründeten die Kinder der beiden Backes-Brüder - Edith, Thomas, Norbert und Horst - die Backes-Gruppe, die sie heute gemeinsam mit den beiden Seniorchefs leiten. Im Sommer 2011 verlegte man auch die Bürozentrale an die Obere Kyll: Das Unternehmen mit heute mehr als 350 Mitarbeitern (inklusive des Rasthofs und LKW-Zentrums an der B 51 in Olzheim) hatte 2009 alle Flächen im mehr als zwölf Hektar großen Gewerbegebiet gekauft, die beiden anderen dort zuvor noch angesiedelten Unternehmen zogen fort. Backes investierte mehr als zehn Millionen Euro in Stadtkyll, wo man inzwischen auch Beton-Fertigteile produziert. 250 Baumaschinen stehen dort, dazu eine Waschanlage, Lagerhallen und die Werkstatt, in der man auch für externe Kunden Fahrzeuge und Maschinen repariert. fpl

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