Feriendorf statt Bauruine
Körperich · Wie geht es weiter mit dem seit Juli ungenutzten Gebäude des Gaytalparks in Körperich? Damit die Immobilie nicht zur Bauruine wird, sucht der Zweckverband als Träger der Einrichtung nach einem neuen Nutzer - und hat ihn möglicherweise schon gefunden: Ein Bungalowpark-Betreiber bekundet Interesse an der Errichtung eines Ferienparks auf dem Gelände.
Körperich. "Expo-Projekt Gaytalpark" verkündet ein Schild am Ortseingang von Körperich. Auch zahlreiche weitere Hinweisschilder in der Umgebung weisen den Weg Richtung Körperich-Obersgegen, zur B 50 - und damit zu einem Umwelterlebniszentrum, das seit dem 1. Juli Geschichte ist: Seit dem Sommer ist die Einrichtung für Besucher nicht mehr geöffnet (siehe Extra).
Wie es weitergehen soll mit der derzeit ungenutzten Immobilie steht noch nicht fest - obwohl Norbert Schneider, als Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Neuerburg gleichzeitig auch Vorsitzender des Zweckverbands Gaytalpark, bereits zahlreiche Gespräche über die Zukunft des Zentrums geführt hat: Ob als Beratungszentrum für regenerative Energien, als Kino, als Ort für Kunstausstellungen oder für ein Café - Ideen gab es bereits viele, handfeste Ergebnisse jedoch nicht. "Das ist auch furchtbar schwierig", sagt Schneider.
Eine Sache, die derzeit noch im Gespräch ist, ist das Interesse eines Investors, in unmittelbarer Nähe des Gaytalparks einen Bungalowpark zu betreiben. Eine Idee, die die Firma Kohl mit Sitz in Bitburg bereits 2005 vorgestellt hatte: Die Baufirma, die in den 50er Jahren in Körperich gegründet wurde, dort immer noch gegenüber dem Gaytalpark eine Schmiede hat und nordöstlich vom Umwelterlebniszentrum sechs Hektar Land besitzt, wollte auf ihrem Gelände ein Feriendorf mit 90 Häusern und 120 Wohneinheiten entstehen lassen. "Damals hatten wir aber letztlich keinen Betreiber gefunden", sagt Reinhard Kohl, Bau-Ingenieur und Gesellschafter der Kohl Projekt GmbH, einer Tochtergesellschaft der Baufirma. Der fehlende Betreiber könnte nun gefunden sein: Zweckverbandsvorsitzender Schneider hat den Kontakt zwischen Kohl und dem potenziellen Investor aus den Niederlanden hergestellt, der bereits in Luxemburg einen Bungalow-Park betreibt. Kohl bestätigt auf TV-Anfrage, dass Gespräche stattgefunden haben. Allerdings sei noch nichts spruchreif, bremst er allzu große Euphorie: Der Interessent könne sich vorstellen, auf der Fläche der Firma Kohl einige seniorengerechte Ferienbungalows zu betreiben und das Gaytalpark-Gebäude als Rezeption mit Café mitzunutzen.
Ob diese Vision Realität wird, steht noch in den Sternen: Ende November soll es ein gemeinsames Gespräch mit dem Investor, der Kohl Projekt GmbH sowie dem Zweckverbandsvorsitzenden Schneider geben. Parallel dazu hat Kohl einen Landschaftsplaner aus Trier damit beauftragt, das alte Feriendorf-Konzept aus dem Jahr 2005 zu überarbeiten: Ferienwohnungen, betreutes Wohnen sowie Ferienhäuser könnten demnach auf dem Plateau entstehen. "Wir machen uns weiter Gedanken", sagt Kohl. Eine Ankündigung, die die Zweckverbandsmitglieder mit Wohlwollen vernehmen werden: Schließlich kostet sie allein die Pflege und Unterhaltung der leerstehenden Immobilie weiterhin rund 30 000 Euro im Jahr.Extra
Der Zweckverband Gaytalpark, bestehend aus Vertretern der VG Neuerburg, dem Eifelkreis und der Ortsgemeinde Körperich, hatte im Mai die Einstellung des Betriebs der Einrichtung beschlossen, nachdem Gaytalpark-Geschäftsführer Jens Bramenkamp seine Kündigung zum 30. Juni eingereicht hatte (der TV berichtete). Diesem Schritt vorausgegangen war das Ansinnen des Neuerburger VG-Rats, aus Kostengründen einen Ausstieg aus dem Zweckverband zu prüfen. Allein die VG musste zuletzt jährlich 70 000 Euro an Umlage an den Zweckverband zahlen. Diese Kosten werden künftig aufgrund der Einstellung des Betriebs des Gaytalparks deutlich geringer ausfallen: Vermutlich wird die VG nur noch 15 000 Euro im Jahr an Umlage für die Unterhaltung des Gebäudes und die Pflege der Außenanlage zahlen - sowie knapp 21 000 Euro für die Rückzahlung der Darlehen. neb