Fernsehen, live und in Farbe

Tatort Eifel : Fernsehen, live und in Farbe

In den Räumen der Kreissparkasse Vulkaneifel werden Interviews geführt und Filme gedreht. Das Gläserne Studio des Offenen Kanals bietet Jugendlichen während des Krimifestivals Tatort Eifel die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln.

In der Kreissparkasse in Daun herrscht reger Betrieb. Kunden gehen ein und aus, eigentlich ein ganz normaler Tag in dem ­Geldinstitut. Aber in Daun läuft gerade das Krimifestival Tatort Eifel und das geht auch an der Sparkasse nicht vorbei. Mitten im Schalterraum steht das Gläserne Studio. Also ein Fernsehstudio, das zwar nicht von Glasscheiben umgeben ist, aber eben transparent. Es kann sich also jeder, der in die Bank kommt, live anschauen, wie Fernsehen gemacht wird.

Es ist das erste Interview an diesem Tag und in dieser Woche. Sebastian Lindemans vom Trierer OK sitzt mit dem Festival-Leiter Heinz-Peter Hoffmann vor den Kameras und gibt mit Handzeichen das Signal, dass es jetzt losgehen kann. Sarah Meyer und ihr Kollege stehen hinter der Kamera und beobachten genau, wie die Filmaufnahmen während des Interviews mit dem Festivalleiter laufen.

„Es ist ein Ausbildungsprojekt“, erklärt Günter Bertram, Referent für OK-TV und Medienkompetenz. Er betreut die Auszubildenden, die entweder den Beruf des Mediengestalters lernen oder Redaktionsvolontäre sind. Vor allem das Arbeiten unter Zeitdruck werde hier gut vermittelt, sagt Bertram. „In der Regel gibt es beim Offenen Kanal keinen Zeitdruck“, sagt er. Aber bei Tatort Eifel müssten die verschiedenen Beiträge noch am selben Tag bearbeitet, geschnitten und ausgestrahlt werden. Die jungen Leute arbeiten immer in Zweierteams entweder im Gläsernen Studio oder auf den verschiedenen Veranstaltungen des Festivals. So sei am Tag zuvor schon ein Beitrag mit dem Schauspieler Heinz Hoenig in Hillesheim entstanden. Geplant ist an diesem Tag noch eine Sendung mit dem Schauspieler Roland Jankowsky, den viele als Overbeck aus der Krimiserie Wilsberg kennen.

„Es gibt einen groben Plan, aber vieles ist spontan“, sagt Bertram. Für ihn ist es das erste Projekt dieser Art. Erfahrungen mit Tatort Eifel hat er aber schon, denn er hat auch in diesem Jahr mit Schülern den Film zum Junior Award gedreht.

Sein Kollege Sebastian Lindemans vom Offenen Kanal in Trier verfolgt bei dem Gläsernen Studio noch ein anderes Ziel. Er möchte das Bürgerfernsehen wieder populärer machen. Da es in Daun derzeit kein Studio für den Offenen Kanal so wie beispielsweise in Wittlich und Bitburg gibt, hofft er, etwas Interesse zu wecken. So gebe es beispielsweise auch Möglichkeiten, die Technik für das Drehen von Filmen auszuleihen. Und diese Technik, die auch im Gläsernen Studio verwendet wird, sei „semiprofessionell“, sagt Günter Bertram. Keine Amateurkameras, aber auch nicht so aufwendig wie in richtigen Fernsehstudios.

Sarah Meyer bedient eine der Kameras. Sie ist Redaktionsvolontärin beim Offenen Kanal. Vorher habe sie ein Freiwilliges Soziales Jahr dort gemacht und sei dann dort „hängengeblieben“. Für sie ist die Arbeit bei Tatort Eifel interessant, weil sie ganz neue zeitliche Abläufe kennenlernt und die Beiträge am selben Tag fertigstellen soll. Sie ist auch gespannt, was diese Woche noch an Aufgaben und Einsätzen für sie bringen wird.

Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann freut sich über die Arbeit der jungen Leute bei den Filmaufnahmen. „Dass wir die Jugend einbinden, ist ganz wichtig“, sagt er. Das sei auch ein Grund, warum man auch den Junior Award beim Festival so wichtig nehme. Dabei schreiben junge Menschen einen Kurzkrimi. Der Siegerbeitrag wird verfilmt und am Sonntag erstmals im Kinopalast Vulkaneifel ausgestrahlt. „Und die Schüler sind am Abend bei derselben Veranstaltung und auf derselben Bühne wie die Filmschauspieler“, freut sich Hoffmann über diese Sparte des Festivals, die wie alles andere dabei sehr gut läuft.

Mehr Informationen und die Filmbeiträge sind unter www.ok54.de zu sehen.

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