Ferschweiler Solarpark-Projekt vor dem Aus

In neun Ortsgemeinden des Eifelkreises Bitburg-Prüm waren Solarparks geplant. Doch ob sie nach dem Beschluss der Bundesregierung, die Solarförderung auf Ackerflächen zu streichen, noch entstehen werden, ist fraglich. Der TV hat bei den betroffenen Ortsbürgermeistern nachgefragt.

Bitburg/Prüm. "Sonnenkönig" haben sie ihn bereits scherzhaft im Irreler Verbandsgemeinderat genannt. Den "Sonnenkönig von Ferschweiler". Ortsbürgermeister Rudolf Schmitt hat sich das gerne gefallen lassen. Kein Wunder, schließlich war es für seine knapp 1000 Einwohner große Gemeinde durchaus positiv, was da ein Unternehmen aus Rheinhessen geplant hatte: Mit 33 Hektar sollte auf dem Plateau der größte Solarpark in ganz Rheinland-Pfalz entstehen. Der Standort für die knapp 143 000 Solarmodule war ideal - im Wasserschutzgebiet, wo eine landwirtschaftliche Nutzung ohnehin nur eingeschränkt möglich ist. Und da die Flächen auch noch im Eigentum der Gemeinde stehen, hätten Pachteinnahmen die Gemeindekasse ordentlich aufbessern können. Doch nach dem geplanten Förderstopp der Bundesregierung für Solarflächen auf Äckern wird daraus wahrscheinlich ebenso nichts wie aus Schmitts Titel "Sonnenkönig". Der Ortsbürgermeister ist enttäuscht: "Wir hätten gleichzeitig Wasserschutz betreiben, grünen Strom erzeugen und den Haushalt aufbessern können. Aber von heute auf morgen werden die Pläne kaputt gemacht."

Doch nicht nur in Ferschweiler sind die Träume vom Strom vom Acker vermutlich geplatzt. Auch in Bettingen, wo eine 20-Hektar-Anlage geplant war, ist Ortschef Jürgen Holbach frustriert. "Zuerst wurde in den Gemeinden aufgerufen, in alternative Energien zu investieren. Wir haben viel Arbeit in das Projekt gesteckt, und die war nun wohl umsonst, denn wenn der Investor abspringt, würden auch Steuereinnahmen verloren gehen." Ähnlich ist die Stimmung bei Günter Theis, dem Ortschef aus Neidenbach, wo eine 15-Hektar-Anlage geplant war. "Ich bin deprimiert, weil von heute auf morgen die Förderung gestrichen wird. Die Flächen wurden sehr gezielt gesucht und können landwirtschaftlich kaum besser genutzt werden. Ich hoffe, dass die Entscheidung noch einmal überdacht wird."

Etwas anders sieht es dagegen in Bitburg-Irsch aus. Hier war eine 14 Hektar große Anlage auf privatem Grund geplant. "Damit hätte Irsch direkt von der Förderung ohnehin nicht profitiert", erklärt Ortsvorsteherin Magret Berger.

In Preist, wo die 6,4-Hektar-Anlage das Baurecht bis Mitte April erhalten soll, ist Ortsbürgermeister Peter Schilling dagegen froh. "Ich bin begeistert, dass es für unsere Anlage zeitlich noch passen wird. Die Entscheidung ist nachvollziehbar, da die landwirtschaftlichen Flächen den Betrieben zum Anbau fehlen, wenn sie als Solaranlagen genutzt werden." Auch in Beilingen ist Ortschef Michael Mohr guter Hoffnung, dass es noch klappen könnte mit der Förderung für die 7,2-Hektar-Anlage. "Der zeitliche Aspekt ist schwierig, da wir sehr schnell handeln müssen, aber es ist nicht unmöglich, noch in die Förderung einzufließen. Diese würde für die Gemeinde einen riesigen Schritt bedeuten."

In Rommersheim, wo eine 7-Hektar-Anlage geplant war, ist man indes verärgert. "Die Übergangsfrist ist zu kurz, damit werden viele Anlagen im Entstehen kaputt gemacht", sagt Ortschef Ignaz Nober. "Ich bin sauer und enttäuscht, denn noch steht nicht fest, ob die Anlage im Förderungszeitraum das Baurecht erlangt."

Als nachvollziehbar wird der Beschluss dagegen in Olmscheid bewertet. Doch da ist auch die Baugenehmigung für die 13-Hektar-Anlage fast durch. "Durch zu viele Solaranlagen wird gutes Ackerland verbraucht, das man für die Landwirtschaft nutzen sollte. Außerdem wirkt die Landschaft durch die Anlagen schnell zugepflastert", sagt Ortsbürgermeister Johann Weires. In Feuerscheid hofft Ortsbürgermeister Ernst Görgen dagegen noch darauf, die 8-Hektar-Anlage im Zeitrahmen umzusetzen. "Die Entscheidung ist schwer nachvollziehbar. Es wäre eine große Enttäuschung und würde gewaltige Einbußen bedeuten, wenn es uns treffen würde."