Fette Beute, schöne Beute

Fette Beute, schöne Beute

Kläffende Meute, galoppierende Pferde, wilde Tiere: Am Sonntag, 13. Januar, eröffnet in Haus Beda in Bitburg eine neue Ausstellung mit Bildern von der Jagd. Zu sehen sind mehr als 70 Werke aus vier Jahrhunderten.

Bitburg. Ein Mann, zwei Leidenschaften, eine Idee: Michael Dietzsch ist passionierter Jäger. Und er liebt die Kunst. Das brachte den Vorsitzenden des Stiftungsrats der Dr.-Hanns-Simon-Stifung auf die Idee zu der aktuellen Ausstellung, die am Sonntag in der Neuen Galerie von Haus Beda eröffnet wird. Bilder zur Jagd. "Das ist ja auch in der Eifel ein großes Thema", sagt Dietzsch.
Mehr als 1000 Jäger im Eifelkreis


Keine Frage: Mehr als 1000 Mitglieder zählt die Kreisgruppe Bitburg-Prüm des Landesjagdverbands. Ob die alle auch solche Kunstfreunde sind wie der langjährige Brauerei-Chef Dietzsch, wird sich zeigen. Lohnend ist die Ausstellung auf jeden Fall, nicht nur, aber auch für Jäger. Kunstfreunde können erfahren, wie sich die Darstellung der Jagd über die Jahrhunderte gewandelt hat. So wählten die Maler im 17. Jahrhundert vor allem die Beute zum Motiv. "Später gab es dann auch Jäger wie etwa Friedrich ´I., die Arbeiten in Auftrag gegeben haben, bei denen die Tiere, die sie erlegt hatten, lebend dargestellt wurden", sagt Dietzsch.
So zeigt ein Kupferstich beispielsweise einen kapitalen 66-Ender-Hirsch, den der Preußenkönig am 18. September 1696 geschossen hat. Teil der Ausstellung sind auch etliche Gemälde und Stiche mit Jagdszenen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. "Damals wurde die Jagd als soziales Ereignis dargestellt", sagt Dietzsch. Wie sich die Herren mal mehr, mal weniger geschickt dabei anstellten, ist wiederum Thema einiger Karikaturen.
Völlig anders als die barocken Jagdstillleben und die Jagdzenen mit Pferden und Hundemeute sind die naturalistischen und impressionistischen Bilder von Max Clarenbach oder auch von Fritz von Wille: Dort stehen weder Jäger noch Beute im Vordergrund, sondern die Natur. In einem Gemälde von Fritz von Wille ist der gut getarnte Jäger zwischen den Büschen kaum noch zu erkennen.
Die Ausstellung spannt den Bogen bis in die Moderne: So sind auch Arbeiten von Joseph Beuys - ein Selbstbildnis mit Hase - oder der Immendorff-Schülerin Friedrike Hinz dabei.
Die mehr als 70 Werke stammen von 16 Leihgebern - darunter die Alte Pinakothek München, die Karlsruher Kunsthalle, das Trierer Simeonsstift sowie Galerien und private Sammler. Dietzsch freut sich auf die Eröffnung: "Das ist sicher die aufwendigste Ausstellung, die wir bisher in Bitburg gezeigt haben."
Die Ausstellung "Schöne Beute - Bilder von der Jagd" wird am Sonntag, 13. Januar, um 11 Uhr in der Neuen Galerie im Haus Beda eröffnet. Die Werke sind bis Sonntag, 3. März, zu sehen.
Extra

Michael Dietzsch (72), Vorsitzender des Stiftungsrats der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung, die das Haus Beda betreibt. Dietzsch hat die aktuelle Ausstellung "Schöne Beute - Bilder von der Jagd" für die neue Galerie von Haus Beda auf die Beine gestellt. Der ehemalige Brauerei-Chef ist auch selbst passionierter Jäger. Was macht für Sie die Faszination an der Jagd aus? Dietzsch: Das ist die Beobachtung des Wilds in seiner natürlichen Umgebung. Allein das Erlebnis, mit dem Wild in seinem Naturraum zu sein, ist spannend. Was ist die größte Beute, die Sie selbst als Jäger erlegt haben? Dietzsch: Ich habe beispielsweise in Alaska Elche und Bären gejagt. Das war schon etwas besonderes. Was zeichnet Ihrer Ansicht nach einen guten Jäger aus? Dietzsch: Was das Technische angeht, ist es ein gutes Auge. Ein Jäger muss Details wahrnehmen können. Und geistig ist es die Achtung und Hingabe zur Natur. Die Liebe zur Natur gehört zur Jagd dazu. Ich halte nichts von Ballermännern. scho

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