Fette Finanzspritze für das Irreler Hallenbad

Infrastruktur : Fette Finanzspritze für das Irreler Hallenbad

3,7 Millionen Euro steuert der Bund zur Renovierung der Schwimmstätte bei. Das Geld stammt aus einem Fördertopf zur Sanierung kommunaler Einrichtungen.

Moritz Petry hatte es gehofft, aber nicht wirklich damit gerechnet. „Es zu versuchen, war unsere einzige Chance“, sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Südeifel, der nun froh ist, dass es tatsächlich geklappt hat.

Die VG Südeifel hatte sich um eine Förderung aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen beworben und nun vor kurzem den Zuschlag erhalten. Das ist erfreulich, aber alles andere als selbstverständlich. Denn das Förderprogramm ist gedeckelt.

Ursprünglich hatte der Bund 100 Millionen Euro bereitgestellt. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die Fördersumme Ende 2018 auf 200 Millionen Euro erhöht. Das ist viel Geld, entsprechend hoch ist aber auch die Zahl der Kommunen im Bundesgebiet, die gerne Geld aus diesem Topf hätten. So hatte sich beispielsweise auch die Nachbar-VG Bitburger Land für die Sanierung des Kyllburger Freibads um die Förderung beworben.

Der besondere Reiz des Programms liegt in der Höhe der Förderung. Wer den Zuschlag erhält, bekommt einen Zuschuss von 90 Prozent. Im Fall des Irreler Hallenbads sind das 3,69 Millionen Euro. Laut dem Bundestagsabgeordneten Patrick Schnieder ist das die „höchste Einzelfördersumme im gesamten Bundesgebiet“.

Den Zuschlag erhalten hat die VG Südeifel nicht nur aufgrund der Bedeutung der Schwimmstätte für das Einzugsgebiet, sondern auch aufgrund der nachgewiesenen Haushaltsnotlage.

Die VG Südeifel ist hoch verschuldet, könnte das Hallenbad deshalb ohne den Zuschuss gar nicht sanieren. Das Problem ist nur: Auch wenn der Bund die im Förderantrag aufgeführten 4,1 Millionen Euro Sanierungskosten zu 90 Prozent übernimmt, so heißt das nicht, dass er am Ende tatsächlich auch 90 Prozent der Gesamtkosten tragen wird. Denn wie Robert Steimetz von den fürs Hallenbad zuständigen Südeifelwerken erklärt, seien die 4,1 Millionen Euro bereits vor einigen Jahren ermittelt worden. Inzwischen habe es eine extreme Baukostensteigerung gegeben, sagt Steimetz. Er gehe deshalb davon aus, dass die Sanierung am Ende deutlich teurer werde.

Und dann gibt es noch einen weiteren Umstand, der die Sanierung nicht unbedingt erleichtert. Direkt über dem Hallenbad, im gleichen Gebäude, ist die Turnhalle der Irreler Grund- und Realschule plus. Und die ist in Trägerschaft des Eifelkreises. Das heißt: VG Südeifel und Kreis teilen sich ein Gebäude. Und da es auch in der Turnhalle erheblichen Sanierungsbedarf gibt, bietet es sich an, die beiden Projekte gemeinsam anzugehen. „Es bringt ja nichts, wenn wir unten am Schwimmbad die Fassade renovieren und im Stockwerk drüber wird nichts getan“, sagt Petry. Aus diesem Grund müssten nun zunächst Gespräche mit dem Kreis geführt werden, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Investitionen in das Schwimmbad sind aber bereits jetzt fällig. So werden derzeit für knapp 200 000 Euro die Heizungsanlage erneuert sowie weitere kleinere Reparaturarbeiten durchgeführt. Die ehemalige 800-KW-Elektroheizung wird durch eine moderne Gasheizung ersetzt. Wie Steimetz erklärt, sollen sich die Investitionskosten bereits innerhalb weniger Jahre amortisieren.

„Wir hatten hier zu Spitzenzeiten mit der alten Heizung einen Jahresverbrauch von bis zu 850 000 Kilowattstunden“, sagt er. Das seien Heizungskosten von rund 150 000 Euro pro Jahr. Dem gegenüber stünden jährliche Einnahmen von lediglich 35 000 Euro.

Voraussichtlich im Mai soll das Schwimmbad wieder geöffnet werden. Wir lange das Schwimmvergnügen im dann mit Gas geheizten Wasser andauern wird, bevor schließlich die umfassende Sanierung der gesamten Einrichtung beginnt, hängt laut Petry vom weiteren Verlauf der Planung und der Abstimmung mit dem Kreis ab.

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