Feuer auf Aussiedlerhof in Oberkail: Ermittler gehen von "Spontaner Selbstentzündung" aus

Feuer auf Aussiedlerhof in Oberkail: Ermittler gehen von "Spontaner Selbstentzündung" aus

Einem Flammenmeer mit enormen Rauchschwaden standen am Montagabend 104 Wehrleute in Oberkail gegenüber. Eine Scheune mit 200 Heu- und Strohballen, die sich selbst entzündet haben sollen, brannte komplett nieder.

Foto: (e_eifel )

200 Heu- und Strohballen samt der offenen Scheune, in der sie lagerten, sind auf dem Gelände eines Aussiedlerhofes in Oberkail am Montagabend in Flammen aufgegangen. Als die 104 Männer und Frauen der neun alarmierten Wehren gegen 18.30 Uhr am Einsatzort eintrafen, habe das offene Gebäude lichterloh in Flammen gestanden, sagt Willi Schlöder, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bitburger-Land. "Wir konnten mit Löschmaßnahmen noch ein angrenzendes Gebäude, in dem Getreide lagert, vor den Flammen behüten."

Doch die Scheune mit 200 Ballen war nicht mehr zu retten. Sie brannte komplett nieder. Feuerwehrleute verteilten am Dienstag die restlichen Ballen, in deren Inneres immer noch Glutnester glimmten, auf einer angrenzenden Wiese. "Wir haben Luft drauf geblasen, damit sie schneller ausbrennen", erklärt Schlöder, "denn sie zu löschen hätte genauso stark gequalmt."

Und der Qualm war auch das Problem, denn die entzündeten Ballen rauchten mächtig. "Wir haben die Bevölkerung in Oberkail, Gransdorf und Spangdahlem am Montagabend mit Lautsprecher- und Radiodurchsagen davor gewarnt, Fenster und Türen zu öffnen, und ihnen geraten, im Haus zu bleiben", sagt Schlöder. So hätten Rauchgasvergiftungen verhindert werden können.

Die Wehrleute, die auf dem Aussiedlerhof gegen die Flammen kämpften, waren mit Atemschutzgeräten ausgestattet. Schlöder: "Wir haben 32 Atemluftflaschen verbraucht."

Doch wie kam es zu dem Brand? Um das zu klären, hatte die Polizei-Inspektion Bitburg am Dienstag Kriminalhauptkommissar Alexander Jutz nach Oberkail geschickt. Nach seiner Untersuchung sagt Jutz, der Brand sei auf eine spontane Selbstentzündung zurückzuführen. "Das kommt öfters vor, wenn die Restfeuchte in den Heuballen zu hoch oder sie zu fest gepresst sind." Doch eine Schuld trage niemand an dem Brand. Den Sachschaden könne er noch nicht beziffern, sagt Jutz, da geprüft werden müsse, ob das nahe der Brandstelle gelagerte Getreide noch verwendet werden könne.