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Feuer und Flamme für die Special Olympics

Feuer und Flamme für die Special Olympics

Als Karl-Heinz Thommes vor 30 Jahren erstmals Special Olympics erlebte, wusste er, was zu tun war: Er brachte die Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung nach Deutschland. Im TV-Interview verrät er, was sein Herz bei den regionalen Spielen in Bitburg höherschlagen lässt.

Bitburg. Dabei sein ist alles: Wenn am Montag, 6. Juni, das olympische Feuer in Bitburg entzündet wird, steht die ganze Stadt Kopf. Mehr als 1200 Sportler mit geistiger Behinderung werden zu den regionalen Spielen von Special Olympics erwartet. Einer, der längst Feuer und Flamme ist, ist Karl-Heinz Thommes, Präsident von Special Olympics Rheinland-Pfalz, der im Interview mit TV-Redakteurin Dagmar Schommer über seine Motivation spricht. Herr Thommes, was haben Sie heute Morgen gefrühstückt?Karl-Heinz Thommes: Wie immer Schnitten mit selbst gekochter Marmelade meiner Frau. Erdbeer- und Holundermarmelade. Dazu ein Frühstücksei. Was machen Sie selbst, um fit zu bleiben?Thommes: Früher war ich ein leidenschaftlicher Wanderreiter. Mein Pferd Libero musste ich leider einschläfern lassen. Nun wandere ich sehr viel und ich bin mit unserem Collie Bessy jeden Tag unterwegs. Wie kommt es, dass Sie sich für Special Olympics engagieren?Thommes: Ich habe die Spiele erstmals 1981 in Belgien erlebt. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Diese Idee, Menschen mit geistiger Behinderung über den Sport ganzheitlich zu fördern, ihnen die Möglichkeit zu geben, Anerkennung zu bekommen und einen Beitrag zu ihrer Integration zu leisten. Für mich ist Special Olympics mehr als Sport. Was ist ihr schönstes Special-Olympics-Erlebnis?Thommes: Was mich antreibt, ist der Blick in die Gesichter der Sportler bei der Siegerehrung: diese Freude und der Stolz. Das ist wirklich berührend.Worauf freuen Sie sich bei den Spielen in Bitburg am meisten?Thommes: Dass wir mit 14 verschiedenen Disziplinen so viele Sportarten anbieten wie noch nie. Das ist bundesweit einmalig. Was ist für Sie persönlich der Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung in Bitburg?Thommes: Ganz klar: Wenn die Fahne am Mast weht und der Bürgermeister sagen wird: "Hiermit sind die 3. regionalen Spiele von Special Olympics eröffnet." Dann habe ich Gänsehaut. Sie haben auch selbst einen behinderten Sohn…Thommes: Ja, unseren Stefan. Der hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Für mich war das auch der Anlass, noch Sonderpädagogik zu studieren. Damals gab es hier kaum Betreuung oder medizinische und pädagogische Förderung für geistig Behinderte. Zwei Tage nach der Geburt hat uns der Arzt gesagt, dass der Junge nicht lange leben wird. Nun ist er 44 Jahre. Er gibt uns Kraft und Mut mit seiner Fröhlichkeit. Was kann man von Menschen mit geistiger Behinderung lernen?Thommes: Diese Ehrlichkeit und Direktheit, Genügsamkeit sowie die Fähigkeit, im Moment zu leben und sich auch über kleine Dinge von Herzen zu freuen. Karl-Heinz Thommes ist 72 Jahre alt und hat zuletzt als Sonderschulrektor in Prüm gearbeitet. Der gebürtige Daleidener lebt mit seiner Frau Anneliese seit 1973 in Niederprüm. Zusammen haben sie vier Kinder: Burkhard, Roland, Dorothee und Stefan. Thommes war 1968 Mitbegründer des Vereins Lebenshilfe sowie 1991 Mitbegründer von Special Olympics Deutschland. scho