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Feuer vernichtet nicht die Jobs

Feuer vernichtet nicht die Jobs

BITBURG. Gute Nachricht für die Angestellten des abgebrannten Bitburger Toom-Baumarkts. Die 28 Mitarbeiter werden weiter beschäftigt. Derweil ermitteln Experten die Schadenshöhe, die das Feuer verursachte. Fest steht: Das ausgebrannte Gebäude muss abgerissen werden.

24 Stunden nach dem Großbrand im Bitburger Toom-Baumarkt rauchen die Trümmer immer noch. "Wir haben in der vergangenen Nacht noch einige Brandnester gelöscht", sagt Peter Götz, der sicher ist, dass auch in den kommenden Tagen immer wieder einzelne Feuer auflodern werden. Aus dem Brandschaden wollten derweil einige Menschen einen recht zweifelhaften Gewinn ziehen. "Wir hatten einen Sicherheitsdienst engagiert, der in der Nacht mehrere Personen vom Grundstück verwiesen hat", sagt Marktleiter Dieter Scherer. Anzeigen wegen versuchten Diebstahls wurden keine gestellt. Sicher ist aber, dass die ungebetenen Besucher sich an den noch heil gebliebenen Waren bedienen wollten. Es ist klar, dass das Gebäude abgerissen wird, in dem bis zum Mittwoch gegen 10.20 Uhr, auf knapp 3000 Quadratmetern Hobby- und Heimwerkerbedarf angeboten wurde. Noch nicht geklärt ist, wie es mit dem Waren-Verkauf weitergeht. Markleiter Dieter Scherer: "Wahrscheinlich wird entweder ein Not-Verkauf im unbeschädigten Teil des Gebäudes eingerichtet oder es wird ein Zelt auf dem Parkplatz vor dem Markt errichtet." Dies entscheide aber die Toom-Zentrale in Köln. Sicher ist jedoch, dass die 28 Beschäftigten ihren Job behalten. Dies bestätigt auch Andreas Krämer, Pressereferent der Rewe-Handelsgruppe, die deutschlandweit 65 Baumärkte und rund 7000 Supermärkte betreibt. "Am Freitag wird die Statik des Gebäudes begutachtet." Erst danach können man entscheiden, wie der Verkauf weitergeht. "Die Heizung und die Elektrizitätsversorgung sind in Mitleidenschaft gezogen worden", sagt Andreas Krämer. Trotzdem sei man zuversichtlich, dass der Betrieb relativ zügig wieder aufgenommen werden kann.Kaputter Hydrant ist Sache des Betreibers

Ungeklärt ist auch einen Tag nach dem Brand die Frage, warum der Hydrant vor dem Markt nicht funktioniert - und übrigens noch immer seinen Dienst versagt. Zehn Minuten lang hatten Feuerwehrmänner am Mittwoch vergeblich versucht, den Wasserspender in Gang zu bringen. Wertvolle Zeit verstrich nutzlos. Die Wasserversorgung wurde durch eine Zuleitung von der Brauerei gesichert. "Das Funktionieren des Hydranten ist Sache des Marktbetreibers", stellt Wehrleiter Götz fest. Dies stehe in den Brandschutzbestimmungen. Es sei nicht Aufgabe von Stadt oder Stadtwerken, die Hydranten zu warten, betont Götz. Damit während der Löscharbeiten genug Wasser da war, mussten die Stadtwerke Bitburg ihre Förderleistung massiv erhöhen. "Bis zu 641 Kubikmeter Wasser wurden in Spitzenzeiten gefördert", sagt Stadtsprecher Werner Krämer. Normalerweise pumpen die Werke 160 Kubikmeter stündlich in die Leitungen. Die zur Housing verlegte Schlauchleitung war nach TV -Informationen nicht in Betrieb. Der Grund: Deutsche und amerikanische Anschlüsse passen nicht zusammen. Abgesehen von diesen Problemen hat der Einsatz nach Ansicht von Fachleuten im Grunde genommen gut funktioniert. Bei einem gleich gelagerten Brand-Ereignis wären beispielsweise in Trier auch rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen, sagt Triers Feuerwehrchef Herbert Albers-Hain. Würde ein Trierer Baumarkt mit ähnlichen Ausmaßen brennen, wären wahrscheinlich 45 Berufsfeuerwehrmänner und rund 60 freiwillige Feuerwehrleute im Einsatz.