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Feuerwehr will Streit um Spitzenamt beilegen

Feuerwehr will Streit um Spitzenamt beilegen

Ist dies die entscheidende Wende im Gerangel um das Spitzenamt der Feuerwehren im Eifelkreis? Die acht Wehrleiter haben sich auf einen neuen Kandidaten für den Posten des Kreisfeuerwehrinspekteurs (KFI) verständigt: Jürgen Larisch aus Speicher soll das Amt übernehmen.

Wer steht künftig an der Spitze der 3880 Wehrleute im Eifelkreis? Eine Frage, die seit dem Rücktritt von Manfred Schuler als KFI Ende September nicht geklärt ist. Und das, obwohl die acht Wehrleiter der 221 freiwilligen Feuerwehren im Kreis bereits zwei Mal einen Anlauf genommen haben, dieses wichtige Ehrenamt neu zu besetzen.
Zunächst fand der Kyllburger Wehrleiter Willi Schlöder mit seiner Kandidatur bei seinen Kollegen keine Zustimmung. Dann wurde Anfang November Lutz Kivel aus Gondorf von den Wehrleitern mehrheitlich zum KFI gewählt. Doch Landrat Joachim Streit weigert sich, den Berufsfeuerwehrmann zu ernennen, solange er von seinem Arbeitgeber nicht die von ihm geforderte Freistellungserklärung vorlegt, und hat ihm dafür eine Frist bis Freitag gesetzt.
Frist läuft morgen ab


Gleichzeitig hat der Landrat die acht Wehrleiter aufgefordert, bis morgen einen neuen Bewerber zu benennen, ansonsten wolle er dem Kreistag im Dezember vorschlagen, einen hauptamtlichen Inspekteur einzustellen (der TV berichtete). Doch so weit wird es nun wohl doch nicht kommen: Die acht Wehrleiter im Eifelkreis haben sich inzwischen auf einen neuen Kandidaten für das Ehrenamt verständigt - den 53-jährigen Jürgen Larisch aus Speicher. Larisch ist engagiert in der Speicherer Feuerwehr, Mitglied sowohl in der technischen Einsatzleitung als auch im Gefahrstoffzug des Kreises und beruflich in der Bitburger Stadtverwaltung mit Feuerwehrangelegenheiten betraut, unter anderem als Brandschutzbeauftragter und Einsatzplaner. "Wir wollen die Diskussion beenden und nach vorne blicken", sagt Arnold Faber, Wehrleiter der VG Speicher.
Ähnlich begründet auch Larisch selbst seine Kandidatur: "Mir tut es in der Seele weh, dass die Feuerwehr zuletzt so viele negative Schlagzeilen gemacht hat", erklärt Larisch, "das wird den vielen Ehrenamtlichen, die sich in den Wehren engagieren, nicht gerecht." Vor der Abgabe seiner Bewerbung habe er mit allen Wehrleitern gesprochen und auch den Landrat und seinen Chef, Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels, kontaktiert - mit durchweg positiven Reaktionen.
Die Problematik der Freistellungserklärung stellt sich nach Ansicht Streits bei dem neuen Kandidaten Larisch übrigens nicht: "Nach dem Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetz hat jeder rheinland-pfälzische Arbeitgeber einen ehrenamtlichen KFI in seiner Tätigkeit freizustellen, so dass die Stadt Bitburg schon per Gesetz verpflichtet ist, ihren Mitarbeiter jederzeit von der Arbeit zu entbinden." Und so steht einer neuerlichen Wahl für das Spitzenamt, deren Termin noch nicht feststeht, eigentlich nichts mehr im Wege. Bis auf die Tatsache, dass offiziell Kivel gewählt worden ist. Man prüfe derzeit, ob dessen Wahl in irgendeiner Form rückgängig gemacht werden müsse, heißt es aus der Kreisverwaltung. Kivel selbst kritisiert, dass seit seiner Wahl niemand von der Verwaltung mit ihm gesprochen habe: "Ich habe mich nicht aufgestellt, um dann sofort wieder zurückzutreten", sagt er, "doch was bleibt mir anderes übrig, wenn seitens der Kreisverwaltung keinerlei Kooperationsbereitschaft signalisiert wurde?"Meinung

Höchste Zeit für einen Neuanfang
Aller guten Dinge sind drei - hoffentlich gilt dieses Sprichwort auch für die neuerliche Wahl eines KFI. Denn es ist höchste Zeit, dass die Feuerwehr-Querelen ein Ende finden. Bislang gibt es in der Geschichte nur Verlierer: vom nicht gewählten Schlöder über den gewählten, aber nicht ernannten Kivel bis hin zum Landrat, der für seine Freistellungsforderungen harsch kritisiert wurde. Es ist gut, dass die Wehrleiter nun einen gemeinsamen Bewerber präsentieren. Ein Kandidat, der von allen Seiten geschätzt wird - und Streits Kriterien erfüllt. n.ebner@volksfreund.deExtra

Landrat Streit fordert von Kivels Arbeitgeber, dass dieser den Berufsfeuerwehrmann bedingungslos und auf die zehn Jahre seiner KFI-Amtszeit unwiderruflich für etwaige Einsätze in der Eifel "selbst bei Vorliegen dringender hauptamtlicher Pflichten" freistellt. Die Düsseldorfer Dienststelle hat dagegen nur eine Erklärung unterschrieben, in der Kivel im Falle eines Einsatzes in der Eifel freigestellt wird, sollten auch seine beiden Stellvertreter verhindert sein. Das reicht Streit aber nicht. neb