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Bitburg/Berlin
Es brennt in Bitburg und Berlin

 Feuerwehr Bitburg protestiert in Berlin Foto:
Feuerwehr Bitburg protestiert in Berlin Foto: FOTO: Steil-TV
Bitburg/Berlin. Der Protest der Bitburger Feuerwehrleute geht weiter. Am Wochenende haben sich Rettungskräfte an einer Mahnwache in der Hauptstadt beteiligt. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Feuer brennen in der Nacht. Aber diesmal löscht sie keiner. Im Gegenteil: Die Feuerwehrleute haben sie selbst entzündet. Flammen lodern in Tonnen, die vor dem Brandenburger Tor stehen. Sie sind ein Zeichen des Protestes, aufgestellt von Einsatzkräften, die sich von der Politik schlecht vertreten fühlen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Berliner eine Mahnwache abhalten. Unter dem Leitspruch „Berlin brennt“ trafen sich Berufsfeuerwehrleute einen ganzen Monat lang jeden Tag vor dem Roten Rathaus, um für bessere Arbeitsbedingungen, bessere Ausrüstung und bessere Bezahlung einzutreten.

Und damit hatten sie Erfolg. Zustande kam eine erste Einigung mit der Senatsinnenverwaltung, dem Finanzsenator und den Feuerwehr-Gewerkschaften  Trotzdem haben sich die Feuerwehrleute am vergangenen Wochenende noch einmal vor dem Berliner Wahrzeichen versammelt. Und das nicht allein.

Auf sechs der Tonnen stand nämlich nicht „Berlin brennt“, sondern die Namen der Bitburger Stadtteile. Sechs Feuerwehrleute aus der Bierstadt haben sich an den Protesten in der Hauptstadt beteiligt. Der Feuerwehrmann Mark Lukas erklärt, warum seine Kameraden den Weg nach Berlin auf sich genommen haben. In der Vergangenheit hatte er sich mehrfach öffentlich zum Konflikt in der Stadt geäußert.

Seit Jahren liegen die Verwaltung und die Ehrenamtlichen in einem Streit, der in den vergangenen Wochen eskaliert ist (der TV berichtete mehrfach). So hatte Bürgermeister Joachim Kandels den aktuellen Wehrleiter Manfred Burbach nicht in seinem Amt bestätigt. Und das, obwohl 98 Prozent der Kameraden diesem bei einer Wahl ihre Stimme gaben. Ferner wurde die Bitburger Wehr von einem Mitglied des Stadtrats als „übermotiviert“ bezeichnet.

Dem vorausgegangen waren Diskussionen über die Ausstattung und die Größe der Feuerwache, die knappe Personaldecke und die Honorierung der Einsatzkräfte in Rufbereitschaft. „Es sind ähnliche Probleme, die viele Wehren in Deutschland haben“, sagt Lukas: „von der Berufsfeuerwehr bis zur Freiwillingen Löschtruppe.“ Es sei bei der Aktion also darum gegangen, sich mit den Berlinern und allen Löschtrupps in Deutschland zu solidarisieren. „Wir wollen für das Ehrenamt einstehen“, sagt Lukas. Den Protest der Berliner habe man nach Bitburg weitertragen wollen – „wie das Olympische Feuer“. Lukas rechne damit, dass sich weitere Wehren anschließen werden, sagt er.

Die Gewerkschaft Ver.di hatte sich im Vorfeld von der Mahnwache distanziert. Schließlich liefen noch Verhandlungen und solange hatte man versprochen nicht weiter zu protestieren. Von der Lage der Bitburger, der laut Lukas der eigentliche Grund für die Aktion war, wussten die Gewerkschaftler offenbar nichts.

 Mit dabei bei dem Protest: die Feuerwehr Bitburg.
Mit dabei bei dem Protest: die Feuerwehr Bitburg. FOTO: Steil-TV
 Feuerwehr Bitburg protestiert in Berlin Foto:
Feuerwehr Bitburg protestiert in Berlin Foto: FOTO: Steil-TV