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Fieberambulanz in Neuerburg eröffnet

Gesundheit : Fieberambulanz in Neuerburg eröffnet

In einer improvisierten Fachpraxis werden nun Patienten mit möglichen Corona-Symptomen behandelt.

Sigrid Mundt ist Allgemeinmedizinerin und betreibt eine Praxis im Gesundheitszentrum Neuerburg. Mit anderen Ärzten aus der Nähe hat sie nun eine Infektions- und Fieberambulanz in der Neuerburger Stadthalle eröffnet. Die Ärztin erklärt: „Der Landrat und auch die Kassenärztliche Vereinigung hatten im Zuge der Corona-Pandemie die Ärzte dazu aufgerufen, Ambulanzen für Infizierte einzurichten.“

Daraufhin habe sie sich mit den anderen beiden Hausärzten aus Neuerburg, Anna Buller und Dr. Thomas Kesseler, kurzgeschlossen und die Idee formuliert, eine solche Ambulanz zu starten, sagt Mundt. „Die Räume für die Ambulanz waren schnell gefunden. Unser Bürgermeister Lothar Fallis hat uns kurzerhand die Stadthalle zur Verfügung gestellt. Die Mitarbeiter der Stadt haben uns schließlich noch mit der Einrichtung geholfen.“ Die eigentliche Ambulanz ist laut der Medizinerin nun dort, wo eigentlich die Stadträte mit dem Bürgermeister tagen. „In der Stadthalle ist gerade sowieso geschlossen und wir hoffen, dass wenn das Versammlungsverbot aufgehoben wird, auch keine Corona-Ambulanzen mehr nötig sind.“ Die Kosten für die Herrichtung der Räume – beispielsweise sei der Teppichboden entfernt worden – trage die Stadt Neuerburg.

Das vor rund drei Wochen initiierte Projekt habe sich verzögert, da dem Aufruf der Kassenärzlichen Vereinigung viele Ärzte folgten und entsprechende Ambulanzen gründen wollten, erklärt Mundt. „Die Verantwortlichen mussten also erstmal sortieren und dann die nötige Schutzausrüstung verteilen“, sagt sie. Nun sei die nötige Ausrüstung aber angekommen und daher könne auch die Ambulanz an den Start gehen. Da die Ausrüstung und auch die Räume kostenfrei gestellt werden, würden auch keine zusätzlichen Kosten auf die teilnehmenden Ärzte zukommen.

Mit dabei sind nicht nur die anderen beiden Neuerbuger Ärzte, Anna Buller und Dr. Thomas Keßeler, sondern auch die drei Hausärzte aus der Gemeinschaftspraxis in Bettingen, Dr. Fabian Rumpf, Hans Schumacher und Dr. Christop Rick. Die sechs Mediziner übernehmen wechselnd die jeweils zweistündigen Sprechzeiten an allen Wochentagen in der Fieberambulanz (siehe Info).

Neben der ambulanten Behandlung von Covid-19 Patienten sollen in der Ambulanz allerdings auch dort Menschen, die Symptome aufweisen, auf das Virus getestet werden. Ebenfalls sollen schwerere Fälle in der Ambulanz beobachtet werden, damit entschieden werden kann, ob eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nötig ist.

Laut Sigrid Mundt ist der große Vorteil der räumlichen gegenüber der zuvor ausgeführten telefonischen Trennung der Patientengruppen, dass das Infektionsrisiko innerhalb der Praxen noch weiter sinkt. „Wir wollen auch die Sorge unserer ‚normalen’ Patienten noch weiter senken.“ So würden aktuell weit weniger Patienten die Praxen aufsuchen, möglicherweise aus Angst vor einer Infektion, erklärt Mundt.