FINANZEN

Zu unseren Berichten "Fast wäre der Haushalt 2017 gefloppt" (TV vom 17. Dezember) und "Die Stadthalle hat Potenzial" (TV vom 27. Dezember) schreibt dieser Leser:

Die Kassen der öffentlichen Hand und damit auch der Stadt Bitburg sind leer. Vorhandene Infrastrukturen sind oft veraltet und können nicht mehr durch regelmäßige Reparaturarbeiten instand gehalten werden. Trotzdem möchte der Rat neue Projekte anstoßen, damit das Leben in der Stadt, der wirtschaftliche Kreislauf und Bitburg als Mittelzentrum weiter eine Chance haben. Dies geschieht auch mit dem Bewusstsein, sich weiter zu verschulden. Wenn dann auch noch Projekte angestoßen werden, deren Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit bezweifelt werden müssen, und dafür andere Investitionen, die dringend notwendig wären, nicht getätigt werden können, ist das mehr als ärgerlich. Fast 240 000 Euro soll der Umbau des "Indianer Spielplatzes" zum Mehrgenerationen-Spielplatz kosten. Natürlich bin ich als Familienvater und Sportlehrer für Kinderspielplätze. Hierfür aber fast eine viertel Million Euro unter dem Deckmantel "für alle Generationen" aufzubringen und gleichzeitig das Sportplatzgebäude Stahl, das seit Jahren wegen Sicherheitsdefiziten unter Beobachtung steht, und den nicht gut bespielbaren Sportplatz zu vernachlässigen, kann ich nicht nachvollziehen. Dies geschieht, obwohl es seit einer Dekade Gespräche mit der Verwaltung gibt und beispielsweise 2014 ein Plan samt Bauvoranfrage seitens der Stadt auf den Weg gebracht wurde. Auch in Stahl könnte man mit einer viertel Million Euro ein Mehrgenerationen-Projekt umsetzen. Mit 150 Kindern und etwa 50 erwachsenen aktiven Spielern zwischen 18 und 60 Jahren in den Seniorenteams und den "Alten Herren" könnte man an dieser Stelle vielen Menschen aus unterschiedlichen Generationen helfen. Aber wir gehen leer aus. Doch damit nicht genug. Die Stadthalle hat neue Pächter. Diese haben die Halle sicherlich in der Absicht übernommen, Gewinne zu erwirtschaften. Dass die Stadt aber jährlich ein Defizit von 220 000Euro ausgleichen muss, ist aber wohl für alle Ehrenamtlichen in den Bitburger Vereinen bitter. Oftmals werden Investitionen in die Platzpflege oder andere Instandhaltungsarbeiten gestrichen, weil es sich um freiwillige Ausgaben handelt, bei denen man einsparen müsse. Für die Stadthalle jedoch, die schon im Bau Steuerkosten von einigen Millionen Euro verschlungen hat, werden jedes Jahr Zusatzkosten von einem Sportplatzgebäude plus Erneuerung des Sportplatzes ausgegeben. Das ist für mich unbegreiflich. Und alle, die das anders sehen, werde ich zukünftig sicherlich auf dem Spielplatz oder bei einer Veranstaltung in der Stadthalle treffen. André Rieder, Bitburg (Rieder ist ehrenamtlicher Jugendtrainer und Vorsitzender SC Stahl, Anm. der Red.)