Finanzielle Situation lässt Wünsche offen

Finanzielle Situation lässt Wünsche offen

BITBURG-LAND. (mr) Die Abwasserbeseitigung für das Jahr 2005 hat den Verbandsgemeindewerken Bitburg-Land einen Jahresverlust von rund 425 000 Euro beschert. Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) beschloss am Donnerstag, den Betrag aus der Rücklage zu decken.

"Die Ertragslage ist verbesserungswürdig", konstatierte Wirtschaftsprüfer Ingo Höppner und rechnete den Mandatsträgern der VG Bitburg-Land am Mittwoch vor, wie es um die finanzielle Situation des Betriebszweigs Abwasser bestellt ist. Demnach liegt die Bilanzsumme für das Jahr 2005 bei 51,1 Millionen Euro. Laut Höppner sind darin erhebliche Werte enthalten, die mit denen eines "ordentlichen mittelständischen Unternehmens" zu vergleichen seien. Verluste seien durch Abschreibungen aus dem Anlagevermögen entstanden, das sich bei 48,9 Millionen Euro bewege. Investiert worden seien derweil rund 4,7 Millionen Euro, so dass ein Eigenkapital von 11,8 Millionen Euro zusammenkomme. Gleichwohl beliefen sich die Verbindlichkeiten auf 29,3 Millionen Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von 21,7 Prozent bewegen sich die Verbandsgemeindewerke laut Ingo Höppner gerade noch im "gelben Bereich". Unter 20 Prozent wechsele die Farbe ins Rötliche; Zeichen also für erste Warnsignale. Im Landesdurchschnitt liegt die Eigenkapitalquote übrigens bei 31,6 Prozent. Und noch einen Vergleich zog der Wirtschaftsexperte am Mittwoch. Während der Entgeltsbedarf landesweit im Schnitt pro Einwohner und Jahr bei 144,55 Euro liege, müsse man in der VG Bitburg-Land von 183,40 Euro ausgehen. Bürgermeister Jürgen Backes (CDU) veranlasste der Vortrag, einen vorsichtigen Blick auf die Gebührenentwicklung zu werfen. "Wir müssen arbeiten, damit die Eigenkapitalquote steigt", betonte der Rathauschef. Kritische Worte am Vortrag von Ingo Höppner fand Paul Schaefer (CDU). Es sei nicht ganz korrekt, eine ländliche VG wie Bitburg-Land mit Ballungsräumen zu vergleichen, die bereits in den siebziger Jahren investiert hätten. Dies ergäbe ein eher schiefes Bild der wirklichen Lage. Gleichwohl appellierte Schaefer an alle, "sich der Verantwortung zu stellen". Ohne eine Gebührenerhöhung komme man sicher nicht aus; aber diese müsse für den Bürger zumutbar bleiben.

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