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Firma Elm Plastic in Dudeldorf verschenkt Schutzmasken

Mutmacher : Schutzmasken am Band aus der Eifel

2000 Schutzmasken nach dem Entwurf der Hochschule Trier werden täglich bei der Firma Elm Plastic in Dudeldorf gefertigt. Der Hersteller von Produkten für den medizinischen Bereich verschenkt die dringend benötigten Teile bisher an Stellen, wo sie gebraucht werden.

Der Mangel an Masken ist ein großes Thema seit Beginn der Corona-Krise. Und viele Menschen sind kreativ geworden, um diesem Mangel entgegen zu wirken. Für die Trierer Corona-Klinik gab es Hilfe vom Labor für Digitale Produktentwicklung und Fertigung im Fachbereich Technik an der Hochschule Trier. Dort wurden 120 hochwertige Vollgesichtsschutzschilder mit dem 3-D-Drucker hergestellt und vom Team um Laborleiter Michael Hoffmann der Klinik aushändigen.

Doch hat die Herstellung der Bügel, die zur Befestigung der durchsichtigen Schutzschilder dienen, mit dem 3-D-Drucker einen entscheidenden Nachteil: es dauert lange. Zwei bis drei Stunden brauchte der 3-D-Drucker für eine Maske, was sich als unwirtschaftlich erwies, zumal die Nachfrage nach den Masken nicht nachließ. Auch Zahnarztpraxen und das Hospiz Trier meldeten Bedarf an. Deshalb suchte Hoffmann nach einer Möglichkeit, wie die Schilder wirtschaftlicher und schneller hergestellt werden können. Und damit kam die Firma Elm Plastic aus Dudeldorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) ins Spiel.

Geschäftsführer Sascha Möhs hatte den Bericht über das Labor an der Hochschule Trier gelesen und nahm Kontakt zu Laborleiter Michael Hoffmann auf. Er erklärte sich bereit, die Produktion im Spritzgussverfahren zu übernehmen. Innerhalb von zwei Wochen wurde ein passendes Spritzgusswerkzeug entwickelt, gefertigt und in Betrieb genommen. Und schon konnte die Produktion losgehen. Die Maschine in der Werkshalle von Elm-Plastic spuckt nun täglich rund 2000 der leuchtend orangefarbenen Bügel aus und braucht für jedes Teil 38 Sekunden.

Wie Sascha Möhs und Betriebswirtin Birgit Lonien-Habscheid zeigen, lässt sich nun ein durchsichtiges Plastikschild im DinA 4-Format, unter Umständen auch der Deckel eines Schnellhefters, dort einfach einklemmen.

Ein Problem war es allerdings ein ganz schlichtes Teil, des Geschichtsschutzes in ausreichender Menge zu bekommen. Das Gummi, mit dem das Schild am Kopf fixiert wird, ist derzeit überall Mangelware. Doch andere Möglichkeiten wie etwa ein Clip-Verschluss, ähnlich wie an Baseball-Caps wurden als nicht tauglich verworfen.

Die Produktion läuft derzeit weiter. Die ersten 10 000 Masken wird die Firma verschenken, unter anderem an Krankenhäuser in Trier und an die Sichtungsstelle in Bitburg, die damit zum Beispiel die Polizei ausrüsten kann. Auch Altenheime bekommen demnächst Masken aus Dudeldorf.

 Bei der Firma Elm-Plastic in Dudeldorf werden die Halterungen für Spritzschutz im Druckgussverfahren hergestellt.
Bei der Firma Elm-Plastic in Dudeldorf werden die Halterungen für Spritzschutz im Druckgussverfahren hergestellt. Foto: TV/Nora John

Ob sich das Produkt für eine zukünftige Nutzung zertifizieren lässt und damit auch weiterhin als nachhaltiges medizinisches Produkt hergestellt werden kann, soll jetzt noch geprüft werden.