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Fische-Nachwuchs für die Kyll

Fische-Nachwuchs für die Kyll

Der Angelsportverein Kronenburg, Pächter der Kyll vom Burg-ort bis nach Jünkerath, hat 50 000 Forellen-Eier in Brutboxen in den Fluss gesetzt. Die Aktion ist nötig, weil sonst unterhalb des Kronenburger Stausees der Fischnachwuchs ausdünnt.

Kronenbur/Jünkerath. (fpl) Ortstermin am Kyllufer bei Kronenburg: "Wir setzen 50 000 Bachforellen-Eier aus", sagt Uli Meyer, erster Vorsitzender des Angelsportvereins (ASV) Kronenburg. Die Eier seien schon teilweise entwickelt, in etwa zwei Wochen sollen die kleinen Fische dann schlüpfen.

Damit sie bis dahin vor Raubfischen und anderen Gefahren geschützt bleiben, werden sie von Meyer und den beiden ASV-Mitgliedern Klemens Heintges und Andreas Mainz vorsichtig mit einem Sieb in die zehn metallenen Brutboxen "gelöffelt", die der Verein und der Zweckverband Kronenburger See zum Stückpreis von 450 Euro angeschafft haben.

"Der Zweckverband muss jedes Jahr einen gewissen Fischbestand sicherstellen", sagt Reinhold Müller, Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Eifelgemeinde Dahlem und Vorsteher des Verbands, dem auch die VG Obere Kyll angehört. Beim Einsetzen der Boxen in den Fluss ist deshalb auch seine Jünkerather Kollegin - und stellvertretende Verbandsvorsteherin - Diane Schmitz dabei.

Das Problem: Als man in den 70er Jahren die Kyll zum Kronenburger See staute und den Damm errichtete, sperrte man gleichzeitig den Fluss unterhalb des Sees für die Fische ab. Deshalb muss diesseits der Staumauer von Menschenhand nachgeholfen werden. Zweites Problem: Kormorane fressen die Flüsse leer, auf natürliche Weise können sich die Bachforellen-Bestände kaum erholen. Immerhin: Auch die jetzt ausgesetzten "Brütlinge" sind echte Eifeler, denn ihre Mütter stammen aus der Kyll und Nachbargewässern. Vor einigen Jahren habe man das Gleiche auch im nahen Kerschenbach gemacht, sagt der ASV-Vorsitzende Uli Meyer: "Und das war ein sehr großer Erfolg."

Nicht alle der 50 000 Beinah-Fische werden zu kräftigen Eifeler Bachforellen heranwachsen: Rund 98 Prozent würden wohl tatsächlich schlüpfen, sagt Meyer. Davon wiederum werden die meisten die ersten Wochen nicht überleben, sondern von anderen Tieren gefressen: Mit einer Überlebensrate von zehn Prozent, sagt Uli Meyer, "wären wir sehr glücklich".

Mehr Infos zur Kyll, zum Fischen an der Kyll-Strecke zwischen Kronenburg und Jünkerath und zum Angelsportverein gibt es im Internet unter www.eifelfischer.de