Fit für die Insel

Johann Leuther (63) aus Stadtkyll sammelt laufend Eindrücke: Er bereist die Welt, um an möglichst vielen Insel- und Länderläufen teilzunehmen. Nebenbei hebt er die Flugzeugmodelle der Gesellschaften auf, mit denen er unterwegs war.

Stadtkyll. "Andere sammeln Plüschtiere und Briefmarken", erklärt der 63-jährige Johann Leuther, "mein Ehrgeiz ist es, bei möglichst vielen Inselläufen zu starten." Aber damit nicht genug: Auch Länderläufe und Städte-Marathons stehen auf dem Programm des Hobby-Sportlers. Damit steht Leuther nicht alleine: Eine eigenständige Szene von Läufern sei in den vergangenen Jahren entstanden, innerhalb derer eine, wenn auch nicht bitter ernst gemeinte Konkurrenz herrsche, erzählt Leuther. "Im Internet wird eine Rangliste geführt - die Läufe werden dort akribisch aufgezählt."
Sammel Leidenschaft


Unter der Rubrik "Inselläufe" steht der Stadtkyller aktuell auf Platz vier der Deutschen, die die meisten Inseln belaufen haben. "Insgesamt sind es nun 51 - doch es werden garantiert mehr", sagt Leuther lachen. Im Augenblick bereitet er sich darauf vor, noch im Januar Lanzarote, Madeira und Gran Canaria im Laufschritt zu umrunden. Bei der Anzahl der Länderläufe belegt er einen unglaublichen dritten Platz. Darunter finden sich Staaten, die sehr selten das Reiseziel Normalsterblicher sind: Vietnam, Haiti, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman stehen auf der Liste - sogar in der Antarktis ist Leuther schon gelaufen.
Insgesamt hat Johann Leuther seine Laufschuhe in 74 verschiedenen Ländern auf allen Kontinenten angezogen. Auf die Frage, wie der im Straßenbau beschäftigte sein Hobby zeitlich und vor allem finanziell meistert, gibt es eine einfache Antwort: "Ich habe sonst keine großen Bedürfnisse und lege jeden Cent für meine Reisen zur Seite." In seinem Beruf müsse er viele Überstunden leisten, die auf einem Zeitkonto gutgeschrieben werden.
"Auch ein verlängertes Wochenende lässt sich zu einem Lauf nutzen", sagt der 63-Jährige. Oft ergäben sich daraus paradoxe Situationen: "Da stehe ich sonntags nach dem Marathon in New York und muss mich beeilen, den Flieger zu erwischen, weil ich am folgenden Tag irgendwo auf der B 51 den Straßenbelag ausbessere", sagt Leuther. Doch meistens nimmt er sich genug Zeit, Land und Leute kennenzulernen: "Doch in New York bin ich bereits fünf mal gelaufen, in London und Tokio etwa sechsmal gestartet - das ist nichts Besonderes mehr."
Die Ursprünge seiner Reiseleidenschaft liegen seiner Meinung nach in der Schulzeit: "Wenn die Weltkarte an der Tafel hing, war ich fasziniert von den Farben und Formen der Kontinente. Schon damals war es mein Ziel, die ganze Welt zu bereisen." Seit 1988 ist der Weltenbummler, der seit 23 Jahren bei der Laufgemeinschaft Pronsfeld-Lünebach aktiv ist, ungezählte Male um den Globus gereist. Auch in diesem Jahr stehen einige exotische Ziele auf dem Programm. Doch in diesem Sommer will Leuther zu Hause bleiben: "Mein Ziel ist es, Deutschland von Süden nach Norden zu durchwandern."
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